Änderungen

Ich bitte alle meine treuen leserinnen und leser um Verständnis dafür daß mein blog umbenannt werden mußte. Mein premiumaccount lief aus und ich habe es übersehen. Der bisherige name hadesblog.com war nicht mehr verfügbar daher kam es zur Änderung.
Ich danke für euer verständnis.

Lesejournal

Dienstag, 20. oktober 2009 2 20 /10 /2009 08:30

„Wir müssen die Lehrer anhalten, dass im Turnunterricht auch Ski gefahren wird. Da muss man den Druck erhöhen.“ (Peter Zellmann. Tourismusforscher. Salzburger Nachrichten. 18.10.2009. S.17)

 

Was bitte ist das für eine sprache der sich da ein toursimusforscher bedient. Es ist die sprache der lobbyisten. Die lehrer sollen angehalten werden. Der druck soll erhöht werden.

Warum eigentlich? Wenn die eltern schon keine skifahrer sind warum müssen dann ihre kinder welche werden? Um den heimischen tourismus zu retten? Soll er sich doch umstellen. Warum müssen immer die konsumenten flexibel sein.

 

Ich habe da nie verstanden. Anstellen am lift. Selbst bei schlechtestem wetter. Bei nebel. Bei regen. Bei eisig kaltem wind. Ich kann mich noch an meine skikurs erinnern. Da ist wenig freudige erinnerung. Eher bilder des schreckens. kasernierung mit pubertierenden halbwüchsigen. Vielleicht rührt daher auch meine aversion gegen jegliche form des militarismus.

 

Warum sollen die lehrer und lehrerinnen die lobby der tourismuswirtschaft sein? Da könnten wir sie ja ebenso zwingen lobbyisten der fernreiseanbieter zu werden oder der medienwirtschaft oder der automobilindustrie.

 

Skifahren wird eines tages eine randsportart für die besserverdiener sein. Am besten wir gewöhnen uns schon mal dran. Die touristiker sollten nicht nach zwangsmaßnahmen rufen sondern sich auf das veränderte sportverhalten der menschen einstellen. Und das möglichst rasch. Nur wer bereit ist oder es sich leisten kann die kosten der beschneeiung und des hallenbaus plus kühlung zu bezahlen wird sich dieses vergnügen in zukunft gönnen. Skifahrer werden im selben ausmaß abnhemen wie auf den bergen die beschneiungsanlagen zunehmen und die schneesicherheit schwindet.

 

Fakt ist: für eine woche skiurlaub kann ich zwei wochen sommerurlaub machen. Bei einem land in dem der winter oft bis zu sieben wochen dauern kann fällt mir persönlich die wahl nicht schwer.

von Raimund Bahr - Community: Linke Literatur & Toleranz - veröffentlicht in: Lesejournal
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Donnerstag, 8. oktober 2009 4 08 /10 /2009 09:00

Lese derzeit in adam smiths buch „Der Wohlstand der Nationen“. Seltsam wie wenig sich unsere gesellschaft in den letzten jahrhunderten verändert hat.

 

„Aber kein Land verwendet dein gesamten Jahresertrag ausschließlich für den Unterhalt der Erwerbstätigen. Müßiggänger verbrauchen überall einen großen Teil davon, und je nachdem, in welchem Verhältnis er zwischen beiden Schichten verteilt wird, muß sein nominaler oder durchschnittlicher Wert von einem Jahr zum anderen zunehmen oder abnehmen oder gleichbleiben.“ (Smith 1789, Ausg. 2005, S.48)

 

Nun müßten wir mal definieren was ein müßiggänger ist.

Ich denke smith meinte die die nicht arbeiten nichts produzieren. Also heute haben wir uns daran gewöhnt arbeitslose und solche die nicht in lohnarbeit als knechtarbeit stehen wollen als müßiggänger zu bezeichnen. Im schlimmsten fall als sozialschmarotzer. Doch bei genauerem hinsehen können wir eine gattung ausmachen die ganz bestimmt zu den müßiggängern zählt und die in hohem maße dazu beiträgt das sich das gleichgewicht hin zu den reichen in diesem land vesrchiebt.

Das sind die eigentümer von kapital. Diese menschen lassen einfach ihr geld arbeiten. Auch wenn manchen dies als arbeit erscheint ist es doch nichts weiter als der raffinierte versuch der realen ausbeutungsverhältnissen den anstrich von „ehrlicher“ arbeit zu vermitteln. Was stellen diese menschen denn außer elend sonst noch her?

Gesagt wird: sie schaffen mit ihrem geld arbeitsplätze. Ebenso kann ich behaupten: sie vernichten mit ihrem geld arbeitsplätze. Gesellschaftlich wirken sie im besten fall wie ein nullsummenspiel. Im schlechtesten fall zerstören sie das soziale gefüge das den markt zusammenhält.

 

Die eigentlichen müßiggänger sind nicht diejenigen die dem lohnarbeitsmarkt ausgeliefert sind oder sich diesem entziehen sondern jene die mit ihrer macht und ihrem kapital den markt kontrollieren und nach ihren bedürfnissen formen. Schädlich für den wohlstand der nationen sind nicht die arbeitsunwilligen sondern die die mit menschen und ihren nöten und abhängigkeiten geschäfte machen.

 

Den nationen geht es nicht schlecht weil so viele nicht arbeiten wollen oder können sondern weil der geldreichtum in den händen weniger rentable lohnarbeit verhindert.

von Raimund Bahr - Community: Linke Literatur & Toleranz - veröffentlicht in: Lesejournal
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Mittwoch, 7. oktober 2009 3 07 /10 /2009 07:53

Glauben politikerinnen und politiker eigentlich was über sie in der zeitung steht?

 

„So ist Merkel fest entschlossen, sich zu Beginn ihrer zweiten Amtszeit wieder einmal neu zu erfinden.“ (SPIEGEL 41/2009, S.33)

 

Hier wird ja schließlich nicht nur eine vermutung geäußert. Nein hier wird festgestellt sie ist entschlossen. Sie will sich neu erfinden. Woher weiß ein journalist solche dinge. Hat er sie belauscht im badezimmer unter der dusche wo politikerinnen schon mal unvorsichtig vor sich hinbrabbeln. Oder beim kochen für ihren mann wenn sie ihm zuruft: du ich habe beschlossen mich neu zu erfinden.

Was die vielleicht wichtigere frage ist: lassen sich politikerinnen und politiker von solchen sätzen in ihrem täglichen handeln beeinflußen. Machen nicht längst die medien politik indem sie politikerinnen und politiker bewerten und diese zwingen auf grund der massenwirkung nachzuziehen?

 

Die mediendemokratie hat die politik auf bundesebene längst entmachtet.

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Sonntag, 4. oktober 2009 7 04 /10 /2009 07:00

Was ich beachtlich finde an den großen klassikern wie adam smith, karl marx, theodro w. adorno is die konsequenz mit der sie einen gedanken verfolgen. Wie aus wenigen thesen ein ganzes buch entsteht und der faden nie verloren geht aus dem es gesponnen wurde. Manchmal bedauere ich daß heute eine solche konsequenz beinahe unmöglich scheint. Wir haben zu wenig zeit und vor allem stehen uns die versuchslabors von damals nicht merh zur verfügung. Wir können nicht mehr in handwerksstätten hineingehen um nach zu sehen wie sich der kapitalismus entwickelt. Wenn wir in unsere gesellschaft blicken ist da nur gähnende leere. Machinenparks. Amüsiermaschinen. Die handwerksbetriebe des achtzehnten jahrhunderts waren die versuchsanordnungen an denen die klassiker studierten.

Kaum versuche ich ähnliches wie smith und andere stürmt auf mich all das ein was ich vor jahren mal gehört habe. Alle gelesenen fetzen wort stürmen auf mich ein und wollen bedacht werden bevor ein gedanke zu papier kommt. Und dann fehlt da die geeignete form. Der essay ja der wäre es. Der essay scheint mir angemessen. Der essay von dem Theodor W. Adorno schreibt:

„Er fängt nicht mit Adam und Eva an sondern mit dem, worüber er reden will; er sagt, was ihm daran aufgeht, bricht ab, wo er selbst am Ende sich fühlt und nicht dort, wo kein Rest merh bliebe.“ (Adorno, Der Essay als Form, Reclam, S.6)

Doch das hilft nur bedingt wenn einer wie ich die welt verstehen will.
Manchmal verzweifle ich an der eigenen unfähigkeit stringent die welt zu ende zu denken.
Manchmal habe ich dieses ewige scheitern am Denken satt.

von Raimund Bahr - Community: Linke Literatur & Toleranz - veröffentlicht in: Lesejournal
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Samstag, 3. oktober 2009 6 03 /10 /2009 07:00

„Aus einem kleinen Fehler kann man einen ungeheuerlich großen machen, wenn man auf ihm beharrt, wenn man ihn tief begründet, wenn man ihn zu Ende führt.“ Wladimir Iljitsch Uljanow Lenin

 

Was sagt mir dieses zitat. Ich glaube wir sollten zu unseren fehlern stehen. Wir sollten sie nicht mit fadenscheinigen argumenten versuchen zu beschönigen. Wir sollten auch nicht auf vergebung dafür hoffen. Wir sollten mit ihnen leben und aus ihnen lernen.

Nur wer seine fehler kultiviert sie zu ende bringt macht sie größer als sie anderen erscheinen. Unsere fehler sind nur für uns selbst groß.

Seien wir menschlich und leben wir mit ihnen dann wird das miteinander leichter.

von Raimund Bahr - Community: Linke Literatur & Toleranz - veröffentlicht in: Lesejournal
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