Änderungen

Ich bitte alle meine treuen leserinnen und leser um Verständnis dafür daß mein blog umbenannt werden mußte. Mein premiumaccount lief aus und ich habe es übersehen. Der bisherige name hadesblog.com war nicht mehr verfügbar daher kam es zur Änderung.
Ich danke für euer verständnis.

Politikjournal

Montag, 23. november 2009 1 23 /11 /2009 07:00

Das ist ein unglaublich dummer spruch.

Er wird gern von allen politischen kräften mißbraucht um die menschen unter druck zu setzen die sich dem von ihnen beherrschten system nicht unterwerfen wollen. Gemeint ist ja nicht: wer nicht arbeitet soll nicht essen. Gemeint ist: wer nicht lohnarbeitet soll nicht essen. Ich kenne nämlich zimelich viel eleute die nicht lohnarbeiten und dennoch essen und sogar sehr gut. Ich kenn aber auch einige leute die lohnarbeiten und kaum noch was zu fressen haben.

 

Der arbeitsbegriff (zumindest das was wir unter arbeit verstehen) bedeutet ja für jeden etwas anderes. Für den unternehmer bedeutet er etwas zu unternehmen. Für den arbeitslosen arbeit zu finden und den tag zu überleben. Für den dienstleister einen dienst zu leisten. Für den lohnarbeiter lohnend zu arbeiten. Die tätigkeit die jemand verichtet verbirgt sich immer schon in der berufsbezeichnung. Diese berufsbezeichnung ist neutral. Sie sagt nichts über die politischen und ökonomischen verhältnisse aus in denen sie verichtet wird.

 

Ich bin schriftsteller. Ich stelle schrift her. In den augen vieler arbeite ich nicht. Das hat ökonomisch und politisch zahlreiche konsequenzen für mich.

Erstens: da ich offensichtlich das falsche schreibe kann ich es nur bedingt verkaufen.

Zweitens: da schreiben als kulturtechnik heute vilene menschen als sinnlos erscheint bin ich ein schmarotzer der sich am volksvermögen bereichert.

Drittens: das arbeitsamt versucht mir zwanghaft (auch da sist doppeldeutig gemeint) in lohnarbeit zu bringen. Damit ich mich als mensch und mitglied der gesellschaft lohne.

Viertens: das fordert meinen widerstand da ich ja nicht arbeitslos bin. Ich kann nur mit dem einkommen meiner arbeit mein auskommen nicht sichern.

Fünftens: Der oben zitierte spruch gilt für mich: da ich nicht lohnend arbeite soll ich auch nicht essen.

 

Diese unsere arbeitsmoral ist nicht nur falsch sondern produziert auch menschen die in für sie ungeeigneten berufen mit wenig engagement arbeiten. Das schadet der produktivität unserer gesellschaft.

 

Ich würde den spruch einfach verändern: wer lebt sollte zu essen haben. Er oder sie können ja schließlich nichts dafür das sie leben mußten.

Das arbeiten kommt dann ganz von selbst.

Der mensch ist ein tätiges tier.

Der mensch ist programmiert auf arbeit.

Jedoch nicht unbedingt auf lohnarbeit.

von Raimund Bahr - Community: Kultur-Schock - veröffentlicht in: Politikjournal
Kommentar hinzufügen - empfehlen - Kommentare (5)
Donnerstag, 19. november 2009 4 19 /11 /2009 09:43

Neulich kam mir zu ohren daß unser herr bürgermeister oder die st. wolfgangener övp (ganz klar ist mir das nie geworden) der meinung ist die leute von der bürgerliste seien kommunisten. Ich denke nicht daß damit die kandidatinnen gemeint waren sondern daß man versucht hat mir als BL-gemeinderat diesen ehrentitel umzuhängen. Ich bin mir aber nicht ganz sicher ob die övp weiß was kommunismus oder ein kommunist ist.

Erstens wurde kommunismus nie praktiziert sondern immer nur dessen häßliche fratze der sozialismus. Zweitens denke ich: kennt die övp nur wenige kommunisten und weiß über sie nur soweit bescheid wie die greuelpropaganda der österreichischen medien sie in den letzten fünfzig jahren über sie informiert hat.

Drum hier ein paar Präzisierungen.

 

Wenn es bedeutet kommunist zu sein weil ich die herrschenden ökonomischen und sozialen bedingungen an ihren faulenden wurzeln in frage stelle: dann bekenne ich mich dazu.

Wenn es bedeutet ein kommunist zu sein die autoritären verhaltensweisen der St. wolfgangener övp an ihren faulenden wurzeln in frage zu stellen: dann bekenne ich mich dazu.

Wenn es bedeutet kommunist zu sein die rechte von verarmten und wehrlosen menschen zu wahren: dann bekenne ich mich dazu.

Wenn es bedeutet kommunist zu sein gegen die kommunistische linke zu stehen wenn sie ungerechtigkeiten gegen eigene mitglieder der kommunistischen bewegung deckt: dann bekenne ich mich dazu.

Wenn es bedeutet kommunist zu sein nicht an gott zu glauben und die seligkeit des menschen in frage zu stellen: dann bekenne ich mich dazu.

 

Ich denke aber nicht daß all das einen menschen schon zum kommunisten macht. Ein kommunist vertritt bestimmte herrschaftsinteressen. Ich jedoch stehe für eine gesellschaft die sich gegen jede form von herrschaft richtet. Egal wer herrscht: herrschaft setzt beherrschte voraus. Ich werde mich mit all meiner macht dafür einsetzen daß die beherrschten ihre beherrschung verlieren und sich gegen die herrschenden zur wehr setzen. Ziel muß sein die machtbalance der menschen ins gleichgewicht zu bringen umd herrschaft unmöglich zu machen.

In diesem sinne bin ich kommunist.

von Raimund Bahr - Community: Linke Literatur & Toleranz - veröffentlicht in: Politikjournal
Kommentar hinzufügen - empfehlen - Kommentare (1)
Donnerstag, 12. november 2009 4 12 /11 /2009 07:00

In den tips dieser woche [46. Woche 2009, S.18 als pdf] gibt es einen gehaltsvergleich zwischen politikern und managern in der privatwirtschaft. Da wird beklagt daß die politiker sehr viel weniger verdienen und damit die debatte seltsam sei.

Im selben artikel wird aber auch gesagt was eine putzfrau oder eine verkäuferin verdient. Und da muß ich schon sagen. Von politikergehältern können putzfrauen und -männer (850,- €/brutto) (entschuldigung: reinungskräfte) nur träumen. Jene die die büros unserer landtagsabgeordneten (6120,- €/brutto) putzen müßen 7,2 mal solange arbeiten also 57,6 stunden um das gleiche zu verdienen. Wir wissen jedoch alle daß der tag nur 24 stunden hat.

 

Grundsätzlich: privatwirtschaft kann zahlen was sie will wenn sie nicht staatsfinanziert ist. Politiker (und das vergessen diese gerne) sind nichts weiter als angestellte unseres staates. Und wer ist der staat? Wir: die bürgerinnen und bürger.

Jetzt wird auch klar warum alle verstaatlichten betriebe privatisiert wurden. Damit die gehälter der manager steigen können und zwar exponentiell. Dennoch. Auch bei unternehmen mit staatlichen mehrheitsbeteiligungen muß es eine beschränkung der gehälter geben.

 

Also im verhältnis zu den (wie immer wieder betont wird) hart arbeitenden leistungsträgern der mittelschicht (z.B. Koch /1570,- € brutto) verdient ein linzer stadtrat (11.420,- € / brutto) überproportional viel. kfz-mechnikerinnen und –mechaniker (1.880,- €/brutto) verdienen im verhältnis zum bundespräsidenten (23.580,- €/brutto) einen bettel.

 

Es geht bei weitem nicht um eine neiddebatte. es geht um eine gerechtere verteilung von erwirtschaftetem vermögen. Und da bin ich ganz klar auf seiten derer die sagen: es gibt so etwas wie ein gehaltsmoral. Warum muß ein bundespräsident 23.580,-€/brutto verdienen? Was kann ein landtagsabgeordneter für 6.120,- €/brutto leisten und warum ist die arbeit eines koches der im zu mittag das essen zubereitet nur ein viertel dessen wert?

 

Was wir brauchen ist eine neubewertung von arbeit.

Arbeit wird ungerecht bezahlt. Das ist im kapitalismus so. Das sich kapitalistische verhältnisse aber auch in der politik eingeschlichen haben ist der eigentliche skandal. Und deshalb hat kein politiker ein interesse daran an diesen verhältnissen etwas zu ändern.

 

Politiker und ihre gehaltssysteme sind nicht besser nur geringer dotiert als die der manager in der privatwirtschaft. Kein mitleid mit hohen funktionärinnen und funktionären wenn es um ihre gehälter geht. Keiner hat sie gezwungen zu tun was sie tun. Arbeiter und angestellte haben aber hingegen oft keine andere wahl als zu tun was von ihnen verlangt wird. Oft auch zu löhnen die ein menschenwürdiges auskommen nicht mehr möglich machen.

von Raimund Bahr - Community: Linke Literatur & Toleranz - veröffentlicht in: Politikjournal
Kommentar hinzufügen - empfehlen - Kommentare (0)
Montag, 19. oktober 2009 1 19 /10 /2009 07:00

Vor ein paar tagen mit einer politischen freundin ein gespräch über ehrlichkeit in der politik geführt. In fernsehen dann einen bericht über die rede an die nation unseres finanzministers pröll gesehen.

Darin sagt eine politikberaterin: menschen können erkennen wie ehrlich politiker sind. An hand ihrer gestik und mimik.

Ich denke die menschen wollen nicht länger belogen werden.

Wähler sind nicht dumm.

 

Politiker hingegen lügen weil sie keine stimme verlieren wollen. Verleugnen und verdrängen korumpiert die politik aber im selben ausmaß wie die lüge. Das verschweigen von unangenehmen tatsachen läßt die menschen der politik überdrüssig werden.

 

Frage in der bezirksrundschau zur oberösterreichischen landtagswahl: Glauben sie daß die wahlversprechen der parteien nach der wahl gehalten werden? Ein hoher prozentsatz verneinte das. Ein hoher prozentsatz der gefragten geht also schon vor der wahl davon aus daß sie belogen werden.

 

Das ist der tod der demokratie.

Wenn die wählerinnen und wähler die lügen satt haben und nur mehr aus einem demokratischen reflex zur wahlgehen ist das system am ende. Letztlich ist es egal wen sie wählen da sie ohenhin keinem mehr glauben.

Nur so sind die erfolge der övp zu erklären oder auch der fpö.

Sie wählen wer am meisten verspricht weil auch hier der demokratische reflex von kreisky nachwirkt. Wer verspricht der hält auch wenn es geld kostet.

 

Diese zeiten sind vorbei.

Heute wissen wir: wer verspricht der bricht.

 

Politik braucht wieder ehrlichkeit. Wie oft habe ich diese binsenwahrheit in den letzten jahren schon gehört. Doch kaum jemand ist bereit sich weit aus dem fenster zu lehnen und machtverlust hinzunehmen. Außer vielleicht denen die keine haben.

Doch die Wahrheit ist den menschen zumutbar.

Das war sie immer schon. Auch wenn sich politikerinnen und politiker damit keine freunde machen.

 

Es gibt sie noch die aufrechten. Doch sie werden immer weniger. Trotz der gutmenschen in vielen parteien zerfranst und zerfasert die demokratie. An den rändern der gesellschaft hat sie ohnehin keine befürworter mehr.

Es wird jahrzehnte dauern die verlorene glaubwürdigkeit zurückzugewinnen.

 

Möge die macht mit uns sein.

Möge die gnade der wählerinnen und wähler mit uns sein.

Möge der glaube mit uns sein daß politik ein gutes geschäft ist. Ein geschäft das nicht von egomanie machtgeilheit und geldvorteil bestimmt werden muß.

 

Möge der mut mit uns sein zu sagen was zu sagen ist. Manchmal auch gegen die eigene angst oder vor dem verlust von freundschaften. Manchmal auch gegen die eigene bequemlichkeit. Manchmal auch gegen den unbedingten machterhalt.

von Raimund Bahr - Community: Linke Literatur & Toleranz - veröffentlicht in: Politikjournal
Kommentar hinzufügen - empfehlen - Kommentare (0)
Samstag, 26. september 2009 6 26 /09 /2009 07:00

Morgen ist gemeinderatswahl.

Morgen ist viel zu tun.

Ich muß wieder einmal wäsche waschen.

Ich muß im garten unkraut jäten.

Ich sollte wieder einmal im keller ordnung machen.

Endlich wäre wieder einmal ein spaziergang mit den kindern angesagt.

 

Morgen ist gemeinderatswahl

Jede und jeder von uns hat wieder genügend ausreden auf lager um sich vor der von wahl zu wahl schwieriger werdenden entscheidung zu drücken.

Wem soll er oder sie seine oder ihre stimme zu geben.

 

Ich empfehle: geht zur wahl!

Entscheidet euch nicht nur für das kleinere übel sondern setzt ein zeichen.

Und wenn es euch nicht möglich ist unter den vier parteien auch nur eine zu finden die euren interessen entspricht dann wählt ungültig.

Damit signalisiert ihr zumindest: wir wären willig aber bei der derzeitigen politlage würden sich keine alternativen anbieten.

 

Gebt euren ausreden keine chance!

Geht zur wahl.

von Raimund Bahr - Community: Linke Literatur & Toleranz - veröffentlicht in: Politikjournal
Kommentar hinzufügen - empfehlen - Kommentare (0)

Befreundete Blogs

Erstellen Sie einen Blog auf OverBlog - Kontakt - Nutzungsbedingungen - Missbrauch melden - Articles les plus commentés