Änderungen

Ich bitte alle meine treuen leserinnen und leser um Verständnis dafür daß mein blog umbenannt werden mußte. Mein premiumaccount lief aus und ich habe es übersehen. Der bisherige name hadesblog.com war nicht mehr verfügbar daher kam es zur Änderung.
Ich danke für euer verständnis.

Autorenjournal

Samstag, 21. november 2009 6 21 /11 /2009 07:00

Eines ist klar: lohnarbeit ist nicht attraktiv.

Ich habe es immer wieder probiert. Prekär. Gut bezahlt. Schlecht bezahlt. Irgendwie wollte sie mir aber nie richtig gelingen. Unternehmer zu sein liegt mir auch nicht. Ich mag geld zwar aber ich weiß welchen schaden es in einer kapitalistischen welt anrichten kann.

Abgesehen davon wüßte ich gar nicht was ich anbieten sollte. Welche dienstleistung wäre so gefragt daß leute dafür geld ausgeben wollen. Und den leuten etwas aufzuschwatzen was sie nicht brauchen fällt mir auch nicht gerade leicht. Die welt ist nun mal voll von dingen die wir produzieren und nicht brauchen.

Doch angenommen ich würde etwas finden das so unverzichtbar wäre (was menschen so sehr brauchen daß sie mir die tür einrennen würden) würde ich es wahrscheinlich nur zum selbstkostenpreis produzieren und verkaufen. Denn alles was darüber hinaus ginge würde zur entwerfung meiner person unter die kapitalistischen produktionsmechanismen führen.

Ich würde mich den von mir produzierten produkten ausliefern.

 

Die lohngesellschaft ist eine gesellschaft die zu einer abhängigkeit von den von uns produzierten waren führt. Die produktionsgesellschaft besteht aus produzenten und konsumenten. Nur wenn produziert und konsumiert wird floriert das gemeinwesen. Wir sind in der lohnarbeitsgesellschaft zur produktion und zum wachstum gezwungen. Das ist unser größtes politisches und soziales problem. Wir brauchen die lohnarbeit um wachsen zu können. Und wir brauchen willige konsumenten die dieses wachstum unterstützen.

 

Ich bin nicht bereit in dieser wachstumskultur weiter den willigen idioten zu spielen.

Deshalb: lohnarbeit mag sich für den der den lohn bezahlt lohnen. Manchmal lohnt sie sich sogar für den der für lohn arbeitet. Aber in den seltensten fällen kann ein mensch der den lohn seiner arbeit erntet dorthin gelangen wie derjenige der den lohn für den verkauf von produkten die durch lohnarbeit hergestellt wurden erhält.

 

Eine auf wachstum und mehrwert basierende lohnarbeitsgesellschaft verfestigt die ungerechte verteilung des im umlauf befindlichen vermögens. In einer lohnarbeitsgesellschaft werden tendentiell arme immer ärmer und reiche immer reicher.

von Raimund Bahr - Community: Schriftsteller - veröffentlicht in: Autorenjournal
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Montag, 9. november 2009 1 09 /11 /2009 07:00

Warum haben autoren so große schwierigkeiten sich selbst zu vermarkten? Mit ihren texten selbst geld zu verdienen. Wir leben unsere arbeit in die tätigen hände von verlegern und archiven. Wir gehen nicht den weg des direktmaketings.

Autoren haben zu wenig ökonomisches bewußtsein und wollen doch immer geld für ihre arbeit. Warum geben sie dann die urherberrechte aus der hand? Wo sie doch ohnehin nur noch einen bettel dafür bekommen.

Behaltenw ir unsere rechte. Vermarkten wir uns selbst. Gemeinsam. Ohne konkurrenz. Ohne angst vor einanderander. Genossenschaftlich. Ohne mißgunst und neid. Wagenw r noch einmal die solidarität. Gerade in zeiten da die die unsolidarische ökonomie die regie übernommen hat.

Das hilft uns zwar nicht dabei reich, berühmt und schön zu werden. Aber seien wir doch ehrlich. Der andere weg hat viele von uns auch nicht viel weiter gebracht.

von Raimund Bahr - Community: Linke Literatur & Toleranz - veröffentlicht in: Autorenjournal
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Samstag, 7. november 2009 6 07 /11 /2009 07:00

Warum ich mein leben aufbewahren möchte und digital sichern will? Vielleicht ist es der verzweifelte verscuh zu beweisen daß ich nicht umsonst gelebt habe. Damit von meiner schriftstellerischen existenz die von all meinen existenzen die am wenigsten bekannte ist ein wenig wahrgenommen wird.

Vielleicht habe ich ja die hoffnung noch nicht aufgegeben daß sich doch mehr leute für meine texte interessieren als die die mich persönlich kennen. Dennoch eröffnet sich die frage: wieviel darf ich öffentlich zugänglich machen von all den peinlichkeiten die mir aus meinen archiven entgegenspringen. Schließlich ist mit der digitalisierung ja auch die publizierung geplant. Wer wird sich durch die aussagen in den texten gekränkt fühlen? Habe ich den mut zu den vielen leben die ich gelebt habe auch zu stehen? Trübt es den blick der leute von heute auf das was ich früher geschrieben und gedacht habe? Immer natürlich vorausgesetzt daß jemand sich durch den vorlaß arbeitet.

Natürlich habe auch ich wie alle autoren eine profilierungsneurose. Ich will wie sie wahrgenommen und ernstgenommen werden.

Nun gut: die veröffentlichung wird in sehr vesrtecktem netzrahmen stattfinden. Die menschen werden sich ohnehin anstrengen müssen um mich zu finden. Und wer diese anstrengung und mühsal auf sich nimmt wird mir nicht in feindschaft begegnen. Hoffe ich.

von Raimund Bahr - Community: Linke Literatur & Toleranz - veröffentlicht in: Autorenjournal
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Donnerstag, 5. november 2009 4 05 /11 /2009 07:00

Im zuge der aufarbeitung meines vorlasses und späteren nachlasses muß ich mich meinem eigenen leben stellen. Es ist seltsam texte aus fünfundzwanzig jahren zu lesen. Seltsam wie fremd ich mir selbst geworden bin über all die jahre. So als hätte ich mehrere leben gehabt. Das eine getrennt von dem anderen. Wie günther anders schon sagte: nicht vita (ein leben) sondern vitae (mehrere leben). Vielleicht bin ich ja auch nichts weiter als ein exilant und dachte bisher ein emmigrant zu sein.

Meine tagebücher und notizen muten mir fremd an. Natürlich weiß ich daß ich das alles geschrieben habe. Es gäbe noch soviel zu sagen. Heute. Aus der distanz betrachtet. Jetzt wird mir auch langsam klar warum wissenschaftler autobiographische zeugnisse nur kommentiert herausgeben. Es wäre wichtig meinen vorlaß zu kommentieren. Und dann bleibt da noch die peinlichkeit der naivität mit der ich früher mein leben gelebt habe. Unter dem gesichtspunkt der geschichte wirkt es manchmal gar nicht wie ein leben sondern eher wie ein kinobesuch.

von Raimund Bahr - Community: Linke Literatur & Toleranz - veröffentlicht in: Autorenjournal
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Mittwoch, 4. november 2009 3 04 /11 /2009 08:31

Habe begonnen meinen vorlaß den späteren nachlaß zu digitalisieren begonnen. Manche halten das für größenwahn. Nach meinen erfahrungen mit nachlässen in archiven halte ich das für unabdingbar wenn auch nur igrendetwas von mir übrig bleiben soll. Natürlich könnten die leute einwänden: warum eigentlich soll was übrig bleiben? Wer sollte sich dafür interessieren. Es geht ja nicht um das ob sondern um das kann. Wenn jemand will dann kann er. Wenn niemand will habe ich zumindest eine beschäftigung gehabt.

Ich will mein leben in geordneten verhältnissen übergeben. Wenn sich schon in meinem leben keine ordnung einstellt sollte zumindets in meinen hinterlassenschaften eine gewisse ordnung herrschen.

von Raimund Bahr - Community: Linke Literatur & Toleranz - veröffentlicht in: Autorenjournal
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