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Ich danke für euer verständnis.
Wir sind alle schon tot, nur wir wissen es noch nicht.
„Es ist geradezu paradox: genau betrachtet dient Sex eben nur sehr eingeschränkt der Fortpflanzung von etwas Eigenem. Vielmehr bewirkt die ständige Verschmelzung dessen Verdünnung und Verwässerung in immer homöopathischere Dosierungen – bis hin zum völligen Verschwinden.“ (Geo kompakt, Nr.20, S.30)
Folge ich dieser aussage bedeutet fortpflanzung in ihrem kern die eigene individualität nicht weiterzutragen sondern sie auszudünnen. Wir glauben zwar als menschen unseren kindern etwas „mitgeben“ zu können doch ist es immer nur ein teil von uns. Letztlich ist der glaube wir könnten mit der weitergabe unserer gene und verhaltensweisen ein stück unsterblichkeit erreichen eine fiktion. Dieser glaube ist beschränkt durch die genetische verwässerung und die gesellschaftliche vergesslichkeit.
Nicht nur die evolution vergißt uns sondern auch das historische bewußtsein einer gesellschaft tendiert in unserer heutigen mediengesellschaft dazu alles zu vergessen indem sie alles speichert und aufbewahrt. Im dschungel der daten ist gesellschaftliche erinnerung an zufällige suchergebnisse im internet gebunden.
Vielleicht erklärt dies auch ein wenig warum wir unsere letzten hoffnungen auf die technik und auf künstliche intelligenz setzen. Die künstliche intelligenz also die verschmelzung von mensch und maschine ist die einzige möglichkeit als gattungswesen der gesellschaftlichen vergesslichkeit zu entkommen und auch evolutionär unsterblichkeit in den von uns geschaffenen maschinen zu erlangen.
Wir hinterlassen auf diese weise spuren in den von uns geschaffenen wesen. Diese sind ausgestattet mit unserem evolutionären wissen und so ein beweis dafür daß die menschheit einmal existiert hatte. So wie wir kenntnisse davon haben daß die dinosaurier einmal auf dieser erde lebten auch wenn die dinosaurier selbst nicht überlebten. Erinnerung an diese gibt es nur weil wir als evolutionäres produkt die erinnerung an sie aufbewahren. Insoferne hat die evolution ein erinnerungsvermögen.
Damit das leben nicht als vollständig sinnlos erscheint müssen wir uns als menschen fortsetzen. In irgendeiner form. Wir müssen das ende überwinden. Doch was wir dabei übersehen ist: das leben ist ganz und gar sinnlos. Selbst wenn wir uns in den von uns gebauten maschinen fortpflanzen ergibt sich daraus noch kein sinn der nicht durch eine gekennzeichnet ist. Selbst das universum hat in ferner zukunft ein ende.
Sinn des lebens ist ja nur auf die unendlichkeit hin gedacht. Wer begrenzt ist macht keinen sinn. Außer er oder sie pflanzt sich fort. Doch auch dieser sinn ist begrenzt.
Die existenz ist was sie ist: kurzweilig.
Die menschliche existenz ist was sie ist: sinnlos.
Nur in der zur kenntnisnahme der kurzweiligkeit von existenz ergibt sich der evolutionäre sinn des menschen: nämlich einen übergang zu schaffen zur nächsten spezies. Und wir befinden uns mitten in diesem prozeß. Politisch könnte sinnstiftend sein diesen prozeß nicht zu bekämpfen sondern ihn bewußt anzugehen und seinen verlauf zu bestimmen.
Das wäre ein emanzipatorischer auftrag der der aufklärung gerecht werden würde.
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