Änderungen
Ich danke für euer verständnis.
Wir sind alle schon tot, nur wir wissen es noch nicht.
Im zuge der aufarbeitung meines vorlasses und späteren nachlasses muß ich mich meinem eigenen leben stellen. Es ist seltsam texte aus fünfundzwanzig jahren zu lesen. Seltsam wie fremd ich mir selbst geworden bin über all die jahre. So als hätte ich mehrere leben gehabt. Das eine getrennt von dem anderen. Wie günther anders schon sagte: nicht vita (ein leben) sondern vitae (mehrere leben). Vielleicht bin ich ja auch nichts weiter als ein exilant und dachte bisher ein emmigrant zu sein.
Meine tagebücher und notizen muten mir fremd an. Natürlich weiß ich daß ich das alles geschrieben habe. Es gäbe noch soviel zu sagen. Heute. Aus der distanz betrachtet. Jetzt wird mir auch langsam klar warum wissenschaftler autobiographische zeugnisse nur kommentiert herausgeben. Es wäre wichtig meinen vorlaß zu kommentieren. Und dann bleibt da noch die peinlichkeit der naivität mit der ich früher mein leben gelebt habe. Unter dem gesichtspunkt der geschichte wirkt es manchmal gar nicht wie ein leben sondern eher wie ein kinobesuch.
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