Änderungen

Ich bitte alle meine treuen leserinnen und leser um Verständnis dafür daß mein blog umbenannt werden mußte. Mein premiumaccount lief aus und ich habe es übersehen. Der bisherige name hadesblog.com war nicht mehr verfügbar daher kam es zur Änderung.
Ich danke für euer verständnis.
Freitag, 10. juli 2009 5 10 /07 /2009 09:02

Verlegen ist ein überaus interessantes wort.

In einem verlag werden bücher verlegt und meint damit sie hervorzubringen. Verlegen als zur kenntnis bringen. Texte öffentlich und damit zugänglich machen.

Im alltag hingegen bedeutet verlegen etwas zu verbergen. Etwas nicht mehr auffinden zu können. Den Ort an dem es sich befindet vergessen zu haben.

In liebesdingen hat das wort die bedeutung von schamhaftigkeit oder unsicherheit anderen menschen gegenüber. Es drückt ein wollen aus das nicht so richtig frei sein kann.

Vielleicht ist es ja auch diese mehrdeutigkeit der sprache die mich am schreiben so fasziniert. Eine mehrdeutigkeit die auf die mehrdeutigkeit der existenz verweist. Sprache bedeutet existenz. Wie das leben ist auch de sprache nicht eindeutig. Sie wäre ja sonst einer mehrdeutigen existenz gar nicht gewachsen.

Gleichzeitig ist aber die mehrdeutigkeit von existenz und sprache auch das größte problem und die größte herausforderung für die menschen. Genau auf grund der merhdeutigkeit kommt es tag für tag zu tausendfachen mißverständnissen. Kein wunder wenn zwei mehrdeutige existenzen aufeinandertreffen die sich zweier unterschiedlicher und mehrdeutiger sprachgebräuche bedienen.

Da sist die eigentliche tragik abendländischer kultur: sie will die mehrdeutigkeit von sprache und existenz nicht anerkennen. Sie sucht nach eindeutigkeit wo keine zu finden ist.

In dieser suche nach eindeutigkeit wird sie letztlich auch untergehen.

von Raimund Bahr - Community: Linke Literatur & Toleranz - veröffentlicht in: Verlegerjournal
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Kommentare

Nur ein kleiner Hinweis zur Bedeutung von "verlegen" im Verlag: Die klassische Erklärung dafür lautet, dass dieses "verlegen" von "vorlegen" kommt, also dem Vorlegen des Geldes, d.h. der Verleger finanziert die Bücher auf seine eigene Kosten und der Autor selber geht kein Risiko ein. Ist heute im Zeitalter der Verlags- und Drucksubventionen halt oft nicht mehr der Fall...
Kommentarnr1 gepostet von adresscomptoir am 10.07.2009 à 15h34
Danke für diesen hinweis. Da kann ich mal wieder fetsellen wieviel bildungslücke in mir steckt.
Antwort von Raimund Bahr am 16.07.2009 à 12h19
Sie können ja auch nicht alles wissen. :D Mit ihren Infos und Artikel lernen wir auch immerwieder was neues. Der Dank geht an Sie.
Kommentarnr2 gepostet von Martin am 23.07.2009 à 01h37

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