Änderungen

Ich bitte alle meine treuen leserinnen und leser um Verständnis dafür daß mein blog umbenannt werden mußte. Mein premiumaccount lief aus und ich habe es übersehen. Der bisherige name hadesblog.com war nicht mehr verfügbar daher kam es zur Änderung.
Ich danke für euer verständnis.
Dienstag, 16. juni 2009 2 16 /06 /2009 07:56

Und wieder hat meine tochter nächste woche schulfrei weil die lehrer dienstellenversammlungen abhalten. Nun gut. Jeder und jede hat das recht seinen forderungen nachdruck zu verleihen. Und ich bin der letzte der sich gegen widerstand stellt. Aber dort wo privilegienschacher und politikstarrsinn herrscht wird es zeit einmal die stimme zu erheben. Ich wäre sofort für eine bildungsreform zu haben die diesen namen auch verdient. Doch was jetzt diskutiert wird wogegen sich jetzt widerstand regt hat nichts mit reform zu tun. Das ist pfründe sichern auf der einen seite und spargesinnung auf der anderen.

Beides bringt uns keinen schritt weiter.

Ich habe einige lehrer und lehrerinnen in meinem freundes verwandten und bekanntenkreis. Die meisten sind für eine reform. Doch wie sie aussehen soll da scheiden sich die geister.

 

Wir brauchen ein durchgängiges und durchlässiges bildungssystem vom kindergarten bis zur universität. Wir brauchen die ganztagesbetreuung unserer kinder. Wir brauchen eine einheitliche lehrer und lehrerinnenausbildung. Wir brauchen an sozialen brennpunkten zusätzlich sozialarbeiter und psychologen in den schulen. Wir brauchen mehr zwei- und dreisprachigkeit unserer kinder nur so ist integration wirklich denkbar. Wir brauchen mehr gut ausgebildete lehrer und lehrerinnen die den beruf nicht mangels an alternativen sondern aus leidenschaft wählen. Wir müssen die schulen öffenen für quereinsteiger aus der praxis. Wir brauchen offene der gesellschaft zugewandte universitäten.

Ich würde gerne unterrichten. Nur nicht in einer vierzig stunden verpflichtung. Vielleicht zehn Stunden. Ich habe keine lehramtsausbildung. Ich wäre bereit da einiges nachzuholen wenn es eine adäquate ausbildung gäbe die offene kostenfrei und anerkannt wäre.

 

Das problem das wir derzeit haben ist ein mentalitätsproblem. Keine der beteiligten gruppen will sich radikal bewegen. Alle wollen sie ein paar reförmchen durchbringen oder verhindern.

Und was mich am meisten ärgert. Uns eltern fragt ja überhaupt niemand. Die lehrer werben um unsere solidarität. Meine solidarität hält sich nach drei schulautonomen wochenenden und pfingstferien hintereinander in grenzen. Die lehrer sollten ihre dienststellenversammlungen mit bedacht wählen und nicht immer dann wenn es die eltern am härtsten trifft.

Warum nicht am freitag. Warum am donnerstag?

 

Ich hätte einige fragen an die lehrer und lehrerinnen. Mich als elternteil hat man zur bildungsreform noch nie befragt. Wir eltern haben aber auch ein wenig ahnung was unsere kinder brauchen oder nicht. Das gefasel von der pädagogik vernebelt ja doch nur den blick auf das wesentliche.

Die pädagogisierung der schule hat uns ja erst in diese misere gebracht. Die schule ist nach wie vor eine disziplinierungsanstalt und erst in zweiter linie eine lerninstitution. Erst wenn wir begriffen haben das nur eine offene, lernorientierte, sozial gerechte schule eine offene, lernorientierte und sozial gerechte gesellschaft ermöglicht werden wir diese auch bekommen.

Doch da beginnt das problem.

Die wenigsten eltern, lehrer und lehrerinnen, politiker und politikerinnen wünschen sich eine offene, lernorientierte und sozial gerechte schule. Deshalb werden wir eltern auch in zehn jahren immer noch unsere kinder in regelmäßigen abständen zu hause haben. Denn der konflikt wird sich verschärfen. Die wenigsten wollen eine echte bildungsreform. Echte reformen bedrohen den status quo. Die bestehenden verhältnisse scheinen den menschen sicherheit zu gewährleisten.

Ich glaube sicherheit ist nur in der entwicklung gesellschaftlicher bedingungen und deren anpassung an diese veränderten bedingungen möglich.

Gerade lehrer und lehrerinnen sollten das wissen.

von Raimund Bahr - Community: Linke Literatur & Toleranz - veröffentlicht in: Politikjournal
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