Änderungen

Ich bitte alle meine treuen leserinnen und leser um Verständnis dafür daß mein blog umbenannt werden mußte. Mein premiumaccount lief aus und ich habe es übersehen. Der bisherige name hadesblog.com war nicht mehr verfügbar daher kam es zur Änderung.
Ich danke für euer verständnis.
Donnerstag, 25. dezember 2008 4 25 /12 /2008 07:00

Wir reden soviel darüber, wie wir mit den Leuten verfahren sollen, die nach Europa oder nach Österreich kommen wollen. Wie wir mit straffällig gewordenen Ausländern umgehen sollen. Das ist doch grotesk. Natürlich sind die einen Inländer, weil sie zufällig das Glück hatten in Österreich geboren zu werden. Die Verteilung von Glück und Unglück äußert sich heutzutage durch das nationale Geburtstrauma. Wer zufällig in Aserbaidschan, in Georgien, in einem chinesichen Dorf oder in Zentralafrika geboren wurde hat einfach Pech gehabt. Ich habe Glück gehabt, da ich in Österreich in die Welt geworfen wurde.

Was sagt das über mich und meine Person aus? Gar nichts. Macht mich das zu einem besseren Menschen? Glaube ich nicht. Hab eich dadurch das Recht erwirkt bei Straffälligkeit bleiben zu dürfen? Ja. Aber wieso? Nur weil meine Mutter mich in Mödling rausgepreßt hat aus ihrem dicken Bauch und nicht in Kuala Lumpur? Na ja, ob ein Mensch das Recht hat zu bleiben oder bleiben muß, hängt ursächlich mit seiner nationalen Herkunft zusammen.

Das finden wir Grünen gerecht?

Auch so ein Defizit in der globalen Welt. Und wir Grünen? Was machen wir? Wir stützen ein deratiges nationales Abschieberecht, eine deratig nationale Bleiberechtspolitik. Der straffällig gewordene Österreicher muß bleiben, im österreichischen Gefängnis, der straffällig gewordene Ausländer muß gehen, in ein anderes Land, frei und abgeschoben.

Na ja, vielleicht nicht ganz so frei.

Ausbürgerung von Österreichern. Also wieso soll das nicht gehen. Jede/r Österreicher/in, der/die sich straffällig macht, soll ausgebürgert werden. Wohin. Scheißegal, illegal, national. Wohin auch immer. Die DDR-Führung hat ihre Leute auch einfach über die Grenze gebracht und ausgesetzt, wenn sie ihnen nicht mehr gepaßt hat. Weg mit all den unnützen Arbeitslosen, den Obdachlosen, den korrupten Politikern, den straffälligen Jugendlichen. Zuerst in ein Lager, dann ab über die Grenze.

Das wäre was. Da würde die Angst umgehen unter den Bürgern dieses Landes. Keine Sicherheiten mehr. Ich höre sie schon schreien: Nicht ich, ich bin doch Österreicher! Ja, das wäre eine Lektion, wenn die Leute erfahren könnten, was es heißt heimatlos, Emigrant, Exilant zu sein. Vielleicht sind wir so intolerant, weil wir uns zuwenig mit Vertreibung beschäftigen, weil wir hier so heimisch heimelig leben.

Siebzig Jahre ist es her, daß unsere Vorfahren, unsere Verwandten, die Mitbürger europäischer Staaten zu Millionen in Europa und auf der Welt unterwegs waren, auf der Flucht, verstoßen auf der Suche nach Heimat, nach Sicherheit.

Was ist los in dieser Partei?

Sind wir verrückt geworden?

Sind wir so im Rausch des Eigenen, daß wir das Fremde verstoßen?

Also wirklich. Jeder der weggeht und wo anders strandet, braucht Schutz, Sicherheit, Heimat. Ohne Ansehen der Person. Lernen wir aus der Vergangenheit?

Wenn wir bereit sind Verbrecher, die Asylwerber sind, zehn Jahre in diesem Land gelebt haben, abzuschieben, dann bitte auch die eigenen Verbrecher. Sollen sie doch staatenlos werden.

Was schert es mich. Ansonsten, wer das nicht vertreten kann, soll rücksichtsvoll mit dieser Debatte umgehen. Global denken, nationale Geburtrechte bekämpfen, wo sie einem begegnen. Die Nation macht Menschen zu Ausländern, die Politik fördert diese Grausamkeit.
Da sind die Grünen nicht viel anders.

von Raimund Bahr - veröffentlicht in: Politikjournal
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