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Ich danke für euer verständnis.
Wir sind alle schon tot, nur wir wissen es noch nicht.
Weihnachtsfeier in der Volksschule St. Wolfgang. Alle waren da. Eine schöne Feier. Wunderbare Darbietungen und die Kinder mit Freude und Aufregung dabei. Ein Lied, das sich über das Verhältnis von Christkind und Weihnachtsmann gesungen wurde. Ein tolles Lied, kreativ und lustig.
Dennoch, wie von mir nicht anders zu erwarten, ein kleiner Zweifel: ob die Parteinahme für das Christkind nicht ein Rückzugsreflex ist? Wenn wir uns unserer Christsache so sicher sind, wenn wir glauben, daß das Christkind außer Streit steht, warum es dann verteidigen?
Warum fliegt das Christkind gerade in Österreich? Und warum muß der Weihnachtsmann weichen? Warum können sich die beiden nicht zusammentun. Warum muß der Weihnachtsmann ausgetrieben werden?
Es gibt halt Amerikaner, die glauben an was anderes. Eine saubere katholisch-christliche Vorstellung von Weihnachten mit der trauten Vorstellung eines gute, schönen und leuchtenden Christkindes gibt es nicht mehr. Die Welt hat sich globalisiert, auch die Mythen sind globaler geworden und lassen sich von Landes- oder Ortsgrenzen nicht mehr aufhalten.
Lassen wir sie zu.
Villeicht entsteht daraus ein neuer christlicher Mythos. Eine neue Christgeschichte, die mehr ist als ein religiöses Erlebnis ist, etwas, das auch für Nichtgläubige wie mich ein Gemeinschaftserlebnis beinhaltet. Wer an Christus als überirdisches Wesen nicht glaubt, wer Gott verneint, ist aus der Mythologie der Christnacht automatisch ausgeschlossen.
Na ja, Ausschließung war immer schon eine Eigenschaft monotheistischer Religionen.
Was mir gefallen hat, war der Passus mit Neid und Gier. Ja, das war ein Lied für die St. Wolfganger. Seid ein bißchen offener, seid ein wenig zurückhaltender bei euren Geldgeschäften, sonst wird der wiederkehrende Messias euch wieder aus Gottes Tempel vertreiben. Ich möchte nicht beim Jüngsten Gericht an der Stelle so mancher Wolfganger sein. Da werden einige im Fegefeuer landen.
Das Fegefeuer hat ja auch seine Reize.
Nun gut. Unsere Kinder werden früh mit bestimmten Vorstellungen konfrontiert und diese sind monopolistisch. In St. Wolfgang hat das Christkind ein Monopol errichtet und auch einige gefunden, die das Monopol mit Zähnen und Klauen und mit Hilfe unserer Schulkinder verteidigen.
Ich finde Monopole nicht gut. Die Schule hat aus meiner Sicht die Aufgabe eine weltoffene Haltung allen Religionen und religiösen Mythologien zu vermitteln. Das heißt aber den religiösen und mythologischen Mitbewerber zuzulassen und als gleichwertig gelten zu lassen, seine Bedeutungen zu erklären. Brauchtum hin oder her. Es ist gut die eigene Bräuche zu kennen, aber ablehnen sollte ich nur, was ich verstanden habe. Der Weihnachtsmann hat eine ganz andere Tradition. Wir sollten sie uns aneignen, damit wir wissen, was die anderen feiern, um ihnen in der Feier ihrer Traditionen begegnen zu können.
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