Änderungen

Ich bitte alle meine treuen leserinnen und leser um Verständnis dafür daß mein blog umbenannt werden mußte. Mein premiumaccount lief aus und ich habe es übersehen. Der bisherige name hadesblog.com war nicht mehr verfügbar daher kam es zur Änderung.
Ich danke für euer verständnis.
Mittwoch, 17. dezember 2008 3 17 /12 /2008 09:31

Der konventionelle Krieg erlebt seine Renaissance. Seit dem Ende des Kalten Krieges hat die Angst vor einem heißen Krieg abgenommen, weil die Bedrohungslage durch einen Atomkrieg beseitigt scheint. Oder haben wir uns nur daran gewöhnt, weil er bisher ausgeblieben ist? Vertrauen wir den Atommächten einfach mehr?

Tatsache ist, daß der konventionelle Krieg wieder Zulauf erhält. Der Krieg zwischen Nationen ist dabei abgelöst worden von einem Krieg den Nationen gegen marodierende Gruppen führen, die sich nicht mehr an nationale Grenzen halten. In diesem Sinne folgt auch die kriegerische Auseinandersetzung der Globalisierung. Globale Konzerne scheren sich längst nicht mehr um nationale Grenzen, warum sollen es die Diebe, Räuber und Widerstandskämpfer tun?

Die Reaktion der Staatsmacht ist hilfloser als je zuvor.

Sie erklären Piraten, Drogenbanden und Fundamentalisten den Krieg. Was für ein Unsinn. Durch konventionelle Kriege ist diesen Gruppierungen nicht beizukommen. Nur eine sozial, wirtschaftlich, ökologisch und ideologisch gerechtere Welt wird den Zulauf zu diesen Gruppen stoppen.

Was jedoch derzeit passiert, ist die Globalisierung des Krieges.

Die Welt ist nicht friedlicher geworden.

Wir befinden uns bereits im dritten Weltkrieg, nur sieht er anders aus, als wir besser dachten: es ist ein konventioneller Krieg geworden, keine atomare Auslöschung.

Der konventionelle Krieg, den Europa überwinden wollte, weitet sich gerade aus. Und wir Europäer spielen dabei auf seltsam vertraute Art und Weise eine gewichtige Rolle. Wir militarisieren uns mit einer Selbstverständlichkeit, die aus unserer kriegerischen Geschichte resultiert. Die Generationen haben sich von den Kriegserfahrungen des 20. Jahrhunderts abgekoppelt. Für die Menschen von heute ist ein konventioneller Krieg für eine gerechte Sache wieder denkbar.

Das wird die eigentliche Katastrophe des 21. Jahrhunderts werden: Der dritte, der ewige Weltkrieg.

Der zweite Weltkrieg war beendbar, weil es einen eindeutigen Feind gab. Heute wissen wir nicht mehr wer den dritten Weltkrieg beenden werden wird, weil alle Nationen, die das könnten, in einem Krieg für die Gerechtigkeit involviert sind, weil sie Kriegsparteien in diesem dritten Weltkrieg sind.

Die Feinde sind immer die anderen.

Und die UNO als Weltfriedensmacht spielt in diesem Krieg mittlerweile eine sehr zynische Rolle. Eben wurde das Mandat erteilt, gegen die Piraten vor Somalia auch auf dem Festland vorzugehen, sofern Somalia das zuläßt und das alles im Namen der Befriedung der Region.

Die Krieg wird ausgeweitet – allüberall.

Wir in Europa tun so, als ginge uns das alles nichts an. Wir beschränken uns darauf Waffen zu liefern, Hilfspersonal und Sanitäter. Wir kommen nicht mal in den Verdacht mit der Ausweitung des dritten, konventionellen Weltkriegs auch nur irgendetwas zu schaffen zu haben.

Das ist ein Irrtum.

Irgendwann wird es auch uns treffen.

Das ist nur eine Frage der Zeit.

von Raimund Bahr - veröffentlicht in: Kriegsjournal
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