Änderungen
Ich danke für euer verständnis.
Wir sind alle schon tot, nur wir wissen es noch nicht.
Ich mag es nicht, in Hotels zu übernachten. Vor allem die erste Nacht ist immer die schlimmste. Zu der ungewohnten Umgebung kommt die Umstellung in der Lebenszeit hinzu, wenn ich auf Reisen bin. Spätes zu Bett gehen, die Sinnlosigkeit des Einschlafens ohne meine Frau. Am nächsten Tag das Erwachen, durch tausenderlei Nebengeräusche geweckt.
Der Vortei: Ich muß kein Frühstück kochen.
Dann die Terminüberprüfung. Heute vormittag frei, Zeit mein altes Wien zu erkunden. Auf die Suche nach den unveränderten Dingen gehen. Nur für die Gebliebenen scheint es so, als würde sich die Stadt nicht verändern. Für mich hat sie ihr Gesicht verändert. Da sind ganze Straßenzüge verschwunden, auch die Häuser, in denen meine Großeltern gelebt haben, stehen nicht mehr.
Nahcmittags politische Termine, abends Freunde treffen.
Und wieder spät ins Bett.
Ich mag Hotelzimmer nicht. Obwohl dieses ganz okay ist. Sie wirken irgendwie alle gleich absurd, weil sie mir klar machen, daß ich nur auf der Durchreise bin. Nur auf kurze Zeit gestrandet. Aber richtig Gast bin ich auch nicht. Eher ein Kunde, um den das Personal sehr bemüht ist. Alle sind sehr freundlich, aber eben keine Freunde.
Andererseits: im Hotel kann ich für mich allein sein, kann hinaus, muß aber nicht, außer zu den Terminen.
Ich bin auf Reisen doch eher ein Einzelgänger.
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