Änderungen

Ich bitte alle meine treuen leserinnen und leser um Verständnis dafür daß mein blog umbenannt werden mußte. Mein premiumaccount lief aus und ich habe es übersehen. Der bisherige name hadesblog.com war nicht mehr verfügbar daher kam es zur Änderung.
Ich danke für euer verständnis.
Donnerstag, 27. november 2008 4 27 /11 /2008 16:23

Es ist seltsam, wieder in Wien zu sein. Da spürt sich alles so fremd und doch gleichzeitig vertraut an. Die vielen Menschen sind beinahe unerträglich nahe. Jede Straße schient mir vertraut, als hätte ich sie gestern erst durchwandert. Aner trotz aller Nähe und Vertrautheit ist alles gleichzeitig fremd.

Es ist nicht so, als wäre ich in einem anderen Land, in einer anderen Stadt, wo jedes Haus, jeder Straßenzug völlig unbekannt ist. Es ist mehr wie in einem Traum, wo alles vertraut ist, ich aber nicht weiß, was die Ereignisse bedeuten.

Während ich an den großen Palais vorbeigehe, kommt mir das Bild aus meiner Wahlheimat dazwischen, ein Stück See blitzt auf, ein Berg, verschneit und sonnendurchglänzt.

Wann beginnt ein Ort für jemanden Heimat zu bedeuten, jenseits der Menschen, mit denen er dort lebt? Vielleicht jetzt, sieben Jahre nach dem ich aus Wien weggezogen bin. Jetzt da ich mir denke, warum bin ich überhaupt hergekommen.

Beruflich. Genau. Das sollte ich nicht aus den Augen verlieren. Ich habe Vorträg ezu halten. Veranstaltungen zu moderieren. Freunde zu treffen. Es gilt etwas zu erledigen.

 

Ich bin nicht länger Immigrant im Salzkammergut.

Es sieht so aus, als sei ich angekommen.

Vielleicht regt mich ja deswegen die Situation in St. Wolfgang so auf, weil es jetzt auch meine Situation ist, weil es jetzt auch Teil meines Lebens ist, was sie mit diesem Ort anstellen. Ich bin nicht mehr nur fremd, sondern auch ein Stück weit heimisch. Nicht akzeptiert, nicht anerkannt, vielleicht manchmal ein Fremdkörper, aber wohnhaft und seßhaft.

Wien habe ich hinter mir gelassen.

 

Nicht immer ist der Ort, an dem wir geboren werden, der Ort an dem wir sterben werden. Im Gegensatz zu vielen anderen hatte ich die Wahl meinen Geburtsort zu verlassen. Ich wurde nicht vertrieben. Ich mußte nicht flüchten. Damals war es eine emotionale, familiäre Entscheidung, heute bin ich froh, daß ich sie getroffen habe.

Wien hat mir nicht mehr viel zu bieten, jetzt, da ich begriffen habe, daß die Tragik des modernen, aufgeklärten Menschen sich im täglichen Wahnwitz seiner Metropolen spiegelt.

 

von Raimund Bahr - veröffentlicht in: Reisejournal
Kommentar hinzufügen - empfehlen     - Kommentare (0)ansehen
Zurück zur Startseite

Befreundete Blogs

Erstellen Sie einen Blog auf OverBlog - Kontakt - Nutzungsbedingungen - Missbrauch melden - Impressum - Articles les plus commentés