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Ich danke für euer verständnis.
Wir sind alle schon tot, nur wir wissen es noch nicht.
Sollte seit zwei Wochen mit zwei Manuskripten durch sein. Das Lesen fällt mir im Moment schwer. Nicht, weil ich die Texte schlecht finde, sondern weil mich eine gewiße Leseerschöpfung erfaßt hat. Nicht weil mich das Leben als Kleinverleger erschöpfen würde oder das des Autors oder das des politisch aktiven Menschen oder des Familienvaters oder des Wissenschafters oder des Bloggers.
Manchmal habe ich Sehnsucht nach den schönen Zeiten, als es den Menschen noch erlaubt war, einer Arbeit nachzugehen. Das waren noch schöne Zeiten, als die Menschen es sich noch leisten konnten, nur einen Beruf zu erlernen und den ihr Leben lang auszuüben. Ihn nur wechseln zu müssen, wenn sie selbst das wollten.
Heute ist mir das nicht mehr vergönnt.
Die ökonomischen Zwänge, auch der Wunsch eine Familie zu gründen, eine zu haben und sie weiterhin mit all dem Nötigen und Unnötigen Kram der Dienstleistungs- und Werbegesellschaft zu versorgen, macht es notwendig, mehrere Berufsprofile zu entwickeln.
Daraus ergibt sich manchmal eine tiefe Erschöpfung, die mich als Kleinverleger heimsucht. Die Erschöpfung, die aus der immerwährenden Suche nach neuen ökonomischen Quellen resultiert, um all die Bedürfnisse der am Verlag hängenden Personen zu befriedigen. Die Möglichkeiten hinken leider immer hinter den Notwendigkeiten her.
Im Hades der Realwirtschaft, des realen Kapitalismus bleibt uns allen gar nichts anderes mehr übrig, als uns jedes Jahr neu zu erfinden. Und es werden immer mehr Menschen, die diesem Zwang unterworfen sind.
Ich gelobe Besserung, sobald ich wieder fit bin.
Ich werde mich wieder leidenschaftlich in die Manuskripte meiner Autoren und Autorinnen vertiefen, wenn ich in der Lage bin, zu erfassen, was sie mir mitteilen wollen. Ansonsten kann es ja auch passieren, daß ich was übersehe, was vielleicht ein Recht hätte, zwischen zwei Buchdeckel gedruckt zu werden.
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