Änderungen
Ich danke für euer verständnis.
Wir sind alle schon tot, nur wir wissen es noch nicht.
In den tips dieser woche [46. Woche 2009, S.18 als pdf] gibt es einen gehaltsvergleich zwischen politikern und managern in der privatwirtschaft. Da wird beklagt daß die politiker sehr viel weniger verdienen und damit die debatte seltsam sei.
Im selben artikel wird aber auch gesagt was eine putzfrau oder eine verkäuferin verdient. Und da muß ich schon sagen. Von politikergehältern können putzfrauen und -männer (850,- €/brutto) (entschuldigung: reinungskräfte) nur träumen. Jene die die büros unserer landtagsabgeordneten (6120,- €/brutto) putzen müßen 7,2 mal solange arbeiten also 57,6 stunden um das gleiche zu verdienen. Wir wissen jedoch alle daß der tag nur 24 stunden hat.
Grundsätzlich: privatwirtschaft kann zahlen was sie will wenn sie nicht staatsfinanziert ist. Politiker (und das vergessen diese gerne) sind nichts weiter als angestellte unseres staates. Und wer ist der staat? Wir: die bürgerinnen und bürger.
Jetzt wird auch klar warum alle verstaatlichten betriebe privatisiert wurden. Damit die gehälter der manager steigen können und zwar exponentiell. Dennoch. Auch bei unternehmen mit staatlichen mehrheitsbeteiligungen muß es eine beschränkung der gehälter geben.
Also im verhältnis zu den (wie immer wieder betont wird) hart arbeitenden leistungsträgern der mittelschicht (z.B. Koch /1570,- € brutto) verdient ein linzer stadtrat (11.420,- € / brutto) überproportional viel. kfz-mechnikerinnen und –mechaniker (1.880,- €/brutto) verdienen im verhältnis zum bundespräsidenten (23.580,- €/brutto) einen bettel.
Es geht bei weitem nicht um eine neiddebatte. es geht um eine gerechtere verteilung von erwirtschaftetem vermögen. Und da bin ich ganz klar auf seiten derer die sagen: es gibt so etwas wie ein gehaltsmoral. Warum muß ein bundespräsident 23.580,-€/brutto verdienen? Was kann ein landtagsabgeordneter für 6.120,- €/brutto leisten und warum ist die arbeit eines koches der im zu mittag das essen zubereitet nur ein viertel dessen wert?
Was wir brauchen ist eine neubewertung von arbeit.
Arbeit wird ungerecht bezahlt. Das ist im kapitalismus so. Das sich kapitalistische verhältnisse aber auch in der politik eingeschlichen haben ist der eigentliche skandal. Und deshalb hat kein politiker ein interesse daran an diesen verhältnissen etwas zu ändern.
Politiker und ihre gehaltssysteme sind nicht besser nur geringer dotiert als die der manager in der privatwirtschaft. Kein mitleid mit hohen funktionärinnen und funktionären wenn es um ihre gehälter geht. Keiner hat sie gezwungen zu tun was sie tun. Arbeiter und angestellte haben aber hingegen oft keine andere wahl als zu tun was von ihnen verlangt wird. Oft auch zu löhnen die ein menschenwürdiges auskommen nicht mehr möglich machen.
lieber armin!
War heute auf dem arbeitsamt.
Habe wirklich einen netten betreuer aber was ich da zu hören bekommen habe war nicht gerade das grüne vom ei. Deiner verzweiflung steht letztlich meine gegenüber. ich weiß daß ist schwer zu vergleichen. Bei dir geht es um das finanzielle überleben. Bei mir geht es um eine lebensperspektive.
Heute war ich kurz davor alles hinzuschmeissen.
Mir macht das alles keinen spaß mehr.
Am horizont dämmert ein zehnwöchiger kurs herauf und eine arbeitsmarktpolitische maßnahme von sechs monaten mit leuten die nicht mehr vermittelbar sind im nächsten sommer in ebensee. Wahrscheinlich werde ich da kleine kistchen zusammenbauen für den nächsten weihnachtsbasar oder ich werde vom arbeitsmarktservice unterstützt straßen zusammenkehren. Alles kein problem. Ich habe schon die beschissenensten jobs in meinem leben gemacht. Auch tellerwaschen ist auf grund der aussage heute morgen in den bereich des möglichen gerückt. Heute haben wir die bandbreite meiner tätigkeiten abgesteckt. liftwärter, regale schlichten, tellerwaschen.
Es geht in den endkampf um die existenzberechtigung jenseits des bloßen überlebens.
Widerstand ist zwecklos. Und dennoch ist widerstand das letzte was mich noch aufrecht hält. Würde ich den widerstand aufgeben wäre es aus und vorbei mit mir. Was bliebe dann noch von diesem leben?
Na ja, die familie. Ja, die bliebe mir. Und es ist gut so daß sie mir bliebe.
Ich könnte mich in der arbeitslosenexistenz einrichten. Vielleicht wäre das eine lösung. Einfach warten was passiert. Tun was sie sagen. Kurse machen. Maßnahmen besuchen. Durchtauchen bis ich fünfundsechzig bin.
Noch achtzehn jahre.
Kann ich das durchhalten?
Ich weiß nicht.
Aber was wäre die alternative?
Empörung. Es gibt wohl nichts lächerlicheres als empörung.
Taten. Na ja, welche? Ich habe zwar eine unglaubliche gewaltrethorik aber es dann zu tun. Ich weiß nicht.
Eines ist klar.
Keine gnade mehr mit den politischen eliten und menschen die dieses system schönreden am leben erhalten oder leidenschaftlich als sozial verteidigen. Gnade haben nur noch die verdient die verstehen was wir meinen wenn wir von der bedrohung der existen auf der persönlichen und gesellschaftlichen ebene sprechen.
Konfrontation wo immer notwendig.
Falls das nicht funktioniert bitte ich dich um nachsicht für alle meine weiteren schritte.
in alter freundschaft
raimuhd
Warum haben autoren so große schwierigkeiten sich selbst zu vermarkten? Mit ihren texten selbst geld zu verdienen. Wir leben unsere arbeit in die tätigen hände von verlegern und archiven. Wir gehen nicht den weg des direktmaketings.
Autoren haben zu wenig ökonomisches bewußtsein und wollen doch immer geld für ihre arbeit. Warum geben sie dann die urherberrechte aus der hand? Wo sie doch ohnehin nur noch einen bettel dafür bekommen.
Behaltenw ir unsere rechte. Vermarkten wir uns selbst. Gemeinsam. Ohne konkurrenz. Ohne angst vor einanderander. Genossenschaftlich. Ohne mißgunst und neid. Wagenw r noch einmal die solidarität. Gerade in zeiten da die die unsolidarische ökonomie die regie übernommen hat.
Das hilft uns zwar nicht dabei reich, berühmt und schön zu werden. Aber seien wir doch ehrlich. Der andere weg hat viele von uns auch nicht viel weiter gebracht.
Warum ich mein leben aufbewahren möchte und digital sichern will? Vielleicht ist es der verzweifelte verscuh zu beweisen daß ich nicht umsonst gelebt habe. Damit von meiner schriftstellerischen existenz die von all meinen existenzen die am wenigsten bekannte ist ein wenig wahrgenommen wird.
Vielleicht habe ich ja die hoffnung noch nicht aufgegeben daß sich doch mehr leute für meine texte interessieren als die die mich persönlich kennen. Dennoch eröffnet sich die frage: wieviel darf ich öffentlich zugänglich machen von all den peinlichkeiten die mir aus meinen archiven entgegenspringen. Schließlich ist mit der digitalisierung ja auch die publizierung geplant. Wer wird sich durch die aussagen in den texten gekränkt fühlen? Habe ich den mut zu den vielen leben die ich gelebt habe auch zu stehen? Trübt es den blick der leute von heute auf das was ich früher geschrieben und gedacht habe? Immer natürlich vorausgesetzt daß jemand sich durch den vorlaß arbeitet.
Natürlich habe auch ich wie alle autoren eine profilierungsneurose. Ich will wie sie wahrgenommen und ernstgenommen werden.
Nun gut: die veröffentlichung wird in sehr vesrtecktem netzrahmen stattfinden. Die menschen werden sich ohnehin anstrengen müssen um mich zu finden. Und wer diese anstrengung und mühsal auf sich nimmt wird mir nicht in feindschaft begegnen. Hoffe ich.
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