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Ich danke für euer verständnis.
Wir sind alle schon tot, nur wir wissen es noch nicht.
Allüberall grinsen mehr politiker entgegen.
Was das geld kostet und was wir mit dem geld alles bewirken könnten.
Alle präsentieren sie ihre projekte für die zukunft.
Was mir auffällt ist: wie bieder und visionslos die meisten daherkommen. Auffallend wie alle gewillt sind die alte misere fortzusetzen. Jetzt vor der wahl.
Zu einem wirklichen neuanfang ist in unserer region niemand wirklich bereit. Doch gerade das bräuchten wir. regionales denken mit blick auf die lokalen bedingungen. Die meisten versuchen doch nur den politischen gegner klein zu reden ohne selbst wirklich große entwürfe anzubieten. Da wird vorgeschlagen einen abgewirtschafteten stadtteil in ischl zu beleben. Den tourismus als monokulturelle wirtschaftsform weiter auszubauen. Mehrzweckhallen sollen gebaut werden. Strandbäder.
Über andere themen wird hingegen kaum gesprochen wird: soziale und ökonomische verteilungsgerechtigkeit. Entschleunigung des wachstums. Neue formen des arbeitens.
Gemeindepolitik scheint in purem pragmatismus zu bestehen.
Kein wunder daß sich da niemand engagieren will.
Das tagesgeschäft muß erledigt werden. Kein frage. Das scheint mir selbstverständlich. Daneben gibt es aber auch das bedürfnis nach antworten auf die zukunftsfragen unserer wirtschaft und unserer kultur und unserer einstellung zur sozialen gerechtigkeit.
Niemand will im augenblick auch nur eine stimme riskieren.
Alle wollen wieder gewählt werden.
Dafür sind sie bereit das wertvollste und spannenste zu opfern was politik zu bieten hat. Gesellschaftliche experimente. Die övp plakatiert die angst sogar noch: sicherheit statt experimente ist einer ihrer slogans.
Was dabei übersehen wird ist: gesellschaftlicher fortsschritt fand zumeist in krisenzeiten statt und basierte zum großen teil auf experimenten und nicht auf der sicherung des bestehenden. Manchmal muß etwas reskiert werden um sich weiterzuentwickeln um für die zukunft den bestand zu sichern. Gerade die gesellschaftlichen experimente der fünfziger und sechziger jahre des 20. jahrhunderts haben uns unseren heutigen wohlstand gesichert.
Im politischen mittelmaß der gemeindepolitik droht die gesellschaftliche weiterentwicklung auf der strecke zu bleiben.
Es ist seltsam wie sehr wir bemüht sind die ansprüche anderer zu erfüllen. Dabei könnten wir es so einfach haben. Warum müssen wir immer lügen und betrügen.
Dem menschen ist die wahrheit zumutbar.
Machen wir tabula rasa. Reinen tisch. Kein blatt mehr vor den mund.
Was hindert uns daran?
Vielleicht die angst vor der einsamkeit wenn wir einmal zu oft sagen was wir denken? Vielleicht aus angst selbst zur zielscheibe der wahrheiten anderer zu werden?
Wir wollen eben alle nur geliebt werden und das von möglichst vielen menschen.
Aber sind all diese liebesdefizite es wert den mut zur eigenen wahrheit aufzugeben?
Und dann ist da ja auch noch der wille zur macht der uns menschen zur lüge zwingt. Uns dazu zwingt den menschen honig ums maul zu schmieren statt zu sagen was sache ist.
Je älter ich werde desto kompromissloser werde ich.
Was habe ich schon groß zu verlieren. Fans hatte ich nie. Freunde hatte ich immer wenige. Was also verliere ich wenn ich offen und ehrlich an die welt herangehe und sage was ich denke – jederzeit allüberall. Den tod?
Ja in anderen ländern sterben die menschen für die wahrheit. Wir hier sind nicht mal bereit einen funken von ehrlichkeit zu zeigen. Was für eien mutlosigkeit. Was für eine feigheit.
Das leben ist zu kurz um mit falschen posen zeitraubendem small talk oder banalen streitereien unsere kostbare zeit zu vergeuden. Offenheit ehrlichkeit und tabuloses denken ist was wir brauchen wollen wir eine andere bessere gesellschaft als die jetzige hervorbringen. Eine welt die uns nicht die hölle auf erden bereitet.
Wir sollten nicht den anspruch auf unsere wahrheiten aufgeben aus falsch verstandener rücksicht auf die menschen. Denn wenn wir das tun können wir alle hoffnung fahren lassen.
Vielleicht haben wir das aber ja auch schon längst getan.
Diesen artikel habe ich letztes jahr am 21. oktober geschrieben. Damals haben sie mich alle ausgelacht in st.wolfgang. Ich weiß nicht ob ihnen heute noch zum lachen zumute ist. Mir jedenfalls vergeht das lachen manchmal.
Wird die finanzkrise auswirkungen auf st. wolfgang haben? Könnte sein. Wenn wir die medien aufmerksam verfolgen scheint es mit den fetten jahren vorbei zu sein. Wenn die arbeitslosigkeit steigt die kaufkraft sinkt wo werden die leute als erstes sparen? Bei den kurztrips bei den wochenendausflügen. Schon jetzt ist in st. wolfgang zu spüren daß der tagesgast deutlich weniger geld ausgibt als noch vor zehn Jahren. Die umsätze der geschäfte sinken kontinuierlich.
Können wir daraus eine lehre ziehen? Wohl kaum.
Solange unser wirtschaft auf permanente expansion gerichtet ist wird es immer wieder zu derartigen krisen kommen. Der kapitalistische kuchen ist nun mal nicht groß genug für alle. Die armutsfalle wartet auf uns. Manche werden ihr entkommen die das glück hatten in guten zeiten die richtigen geschäfte gemacht zu haben. Manche werden pech haben weil sie es nie geschafft haben einen wohlstandspolster anzulegen. Keine immobilien gekauft. Keine Grundstücke. Keinen betrieb geerbt.
Das ist noch nicht das ende der fahnenstange prophezeien alle. Sicher sollten wir auf prophetie nicht allzuviel geben. Aber die krisen kommen in immer kürzeren abständen. Sie kommen in fünf jahresrythmen fast so als würden wir uns in einer sozialistischen planwirtschaft befinden. Das ist das eigentlich besorgniserregende an der derzeitigen situation.
Und st. wolfgang?
Bei uns ist es beschaulich und gemütlich. Doch diese gemütlichkeit wird ein ende finden ob wir es wahrhaben wollen oder nicht. Spätestens wenn die nächste krise auf die realwirtschaft durchschlägt. Die touristen werden sich nicht ewig melken lassen. Irgendwann ist schluß mit dem mehrwert. Dann werden wir uns bescheiden müssen mit dem notwendigen und keine machbarkeiten mehr herbeireden können wie es politiker aller coleur immer wieder versuchen.
Früher oder später wird die krise nicht nur die realwirtschaft erreichen sondern auch die staaten in ihrem mark erschüttern. Island ist ein gutes beispiel dafür. Und wenn der staat erst einmal getroffen ist trifft es auch die bundesländer und von dort schlägt es auf die gemeinden durch. Irgendwer wird für all die werte die derzeit vernichtet werden, geradestehen müssen. Und es werden nicht die großen banken sein. Es werden nicht die großen industrien sein. Es werden die arbeiter sein. Die kleinen betriebe. Die einzelunternehmer.
Ich wünsche euch viel glück und einen guten rutsch durch die krise.
Am sonntag in der sendung im zentrum ein illustre männerrunde zum thema wirtschaftskrise. Mein eindruck: bodenlose hilflosigkeit bei wirtschaftsforschern politikern und ams. Da wurde um den heißen brei herumgerdet. Der einzige dee noch so etwas wie eine realistische sicht auf die welt hatte war bernhard felderer.
Ich glaube es hat sich gelohnt diese runde und ihre hilflosigkeit zu sehen. Das was die sagten ist nicht die zeit wert die sie dafür aufwenden. Sie reden jetzt schon wieder von wachstum. Wir sprachen für 2011 von einem wachstumspotential von einem Prozent. Das ist keine perspektive auf das ende der krise sondern nur die vorbereitung der nächsten.
Dabei geht nicht um die verdammung von wachstum. Aber wachstum in einer begrenzten welt macht keinen sinn. Und abgesehen davon sollten wir schon mal fragen wem das wachstum nützt. Denn eigentlich kommt es nicht dort an wo es gebraucht wird sondern dort wo schon vermögen ressourcen und macht konzetriert sind. Wir sind bereits jetzt in der lage die gesamte welt zu ernähren wir tun es nur nicht. Logistisch egründe sind nicht dafür ausschlaggebend. Schon eher der wunsch der reichen länder die armen in abhängigkeit zu halten.
Wir müssen weg vom wachstumsgedanken. leider habe ich meine zweifel ob e sin österreich irgendeine partei oder mehrheit dazu zu bewegen ist dies einzusehen, denn auch die energiewende ist letztlich auf technologischen wachstum ausgerichtet und verbraucht enorme ressourcen. Wachstum aber in einer begrenzten welt führt irgendwann einmal zum politischen, ökologischen und technologischen kollaps.
Was not tut?
Grundsicherung.
Eine ende der kapitalistischen wachstumsstrategie.
Rückkehr zu einer basisdemokartisch orientierten politik und wirtschaft.
Alles andere wird uns früher oder später ans ende der ressourcen und demokratischen prinzipien führen. Alles andere wird letztlich wieder in diktatur münden. Auch wenn es eine diktatur sein wird wie wir sie bisher nicht gekannt haben.
Und wieder hat meine tochter nächste woche schulfrei weil die lehrer dienstellenversammlungen abhalten. Nun gut. Jeder und jede hat das recht seinen forderungen nachdruck zu verleihen. Und ich bin der letzte der sich gegen widerstand stellt. Aber dort wo privilegienschacher und politikstarrsinn herrscht wird es zeit einmal die stimme zu erheben. Ich wäre sofort für eine bildungsreform zu haben die diesen namen auch verdient. Doch was jetzt diskutiert wird wogegen sich jetzt widerstand regt hat nichts mit reform zu tun. Das ist pfründe sichern auf der einen seite und spargesinnung auf der anderen.
Beides bringt uns keinen schritt weiter.
Ich habe einige lehrer und lehrerinnen in meinem freundes verwandten und bekanntenkreis. Die meisten sind für eine reform. Doch wie sie aussehen soll da scheiden sich die geister.
Wir brauchen ein durchgängiges und durchlässiges bildungssystem vom kindergarten bis zur universität. Wir brauchen die ganztagesbetreuung unserer kinder. Wir brauchen eine einheitliche lehrer und lehrerinnenausbildung. Wir brauchen an sozialen brennpunkten zusätzlich sozialarbeiter und psychologen in den schulen. Wir brauchen mehr zwei- und dreisprachigkeit unserer kinder nur so ist integration wirklich denkbar. Wir brauchen mehr gut ausgebildete lehrer und lehrerinnen die den beruf nicht mangels an alternativen sondern aus leidenschaft wählen. Wir müssen die schulen öffenen für quereinsteiger aus der praxis. Wir brauchen offene der gesellschaft zugewandte universitäten.
Ich würde gerne unterrichten. Nur nicht in einer vierzig stunden verpflichtung. Vielleicht zehn Stunden. Ich habe keine lehramtsausbildung. Ich wäre bereit da einiges nachzuholen wenn es eine adäquate ausbildung gäbe die offene kostenfrei und anerkannt wäre.
Das problem das wir derzeit haben ist ein mentalitätsproblem. Keine der beteiligten gruppen will sich radikal bewegen. Alle wollen sie ein paar reförmchen durchbringen oder verhindern.
Und was mich am meisten ärgert. Uns eltern fragt ja überhaupt niemand. Die lehrer werben um unsere solidarität. Meine solidarität hält sich nach drei schulautonomen wochenenden und pfingstferien hintereinander in grenzen. Die lehrer sollten ihre dienststellenversammlungen mit bedacht wählen und nicht immer dann wenn es die eltern am härtsten trifft.
Warum nicht am freitag. Warum am donnerstag?
Ich hätte einige fragen an die lehrer und lehrerinnen. Mich als elternteil hat man zur bildungsreform noch nie befragt. Wir eltern haben aber auch ein wenig ahnung was unsere kinder brauchen oder nicht. Das gefasel von der pädagogik vernebelt ja doch nur den blick auf das wesentliche.
Die pädagogisierung der schule hat uns ja erst in diese misere gebracht. Die schule ist nach wie vor eine disziplinierungsanstalt und erst in zweiter linie eine lerninstitution. Erst wenn wir begriffen haben das nur eine offene, lernorientierte, sozial gerechte schule eine offene, lernorientierte und sozial gerechte gesellschaft ermöglicht werden wir diese auch bekommen.
Doch da beginnt das problem.
Die wenigsten eltern, lehrer und lehrerinnen, politiker und politikerinnen wünschen sich eine offene, lernorientierte und sozial gerechte schule. Deshalb werden wir eltern auch in zehn jahren immer noch unsere kinder in regelmäßigen abständen zu hause haben. Denn der konflikt wird sich verschärfen. Die wenigsten wollen eine echte bildungsreform. Echte reformen bedrohen den status quo. Die bestehenden verhältnisse scheinen den menschen sicherheit zu gewährleisten.
Ich glaube sicherheit ist nur in der entwicklung gesellschaftlicher bedingungen und deren anpassung an diese veränderten bedingungen möglich.
Gerade lehrer und lehrerinnen sollten das wissen.
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