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Ich danke für euer verständnis.
Wir sind alle schon tot, nur wir wissen es noch nicht.
Ablehnungen sind für jeden autor eine schwer zu ertragende kränkung der eigenen überzeugung. Noch dazu wenn er oder sie lange jahre an einem manuskript gearbeitet hat. Der selbstzweifel an der kraft der eigenen kreativität schlägt sich durch. Die emotion wehrt sich mit gutem grund. Steckt doch das herzblut im text. Doch der kopf weiß daß sich die emotion irren kann.
Nie bin ich vor dem versagen gefeit. Immer liefere ich mich mit abgabe eines manuskriptes der meinung der anderen aus. Die ist nicht repräsentativ. Dennoch kann sie einen in verzweiflung stürzen.
Seit fünfundzwanzig jahren betreibe ich nun dieses geschäft. Seit einem vierteljahrhundert gäbe ich mich preis und noch immer kann mich der satz eines lektors mehr verstören als mein eigenes wissen über das was ich kann oder bin.
Es gibt keine gewißheit für einen autor. Andere berufe haben es da leichter. Ein baumeister sieht am schluß seines projektes ob das haus gut gebaut ist. Ein unternehmer kann anhand seiner zahlen die richtigkeit seiner entscheidungen messen.
Woran mißt der autor seinen erfolg? An der publikation der texte? Da muß es dann aber viele erfolglose autoren geben. An der anzahl seiner lesungen? Auch kein guter gradmesser. Wir sind von einem buchmarkt abhängig der unberechenbarer ist wie kaum ein anderer.
Trotz aller erklärungen die möglich sind: was bleibt ist bei jeder absage eine niedergeschlagenheit die nur überwunden werden kann in dem man sie nicht zu weit in die eigene existenz vordringen läßt.
Max frisch trifft in new york zu seinem 60. geburtstag auf seinen verleger siegfried unseld (Suhrkamp) und fühlt sich von diesem nicht genug gewürdigt. Er ist zornig. Er ist wütend. Er selbst ist einer schwierigen lebenssituation.
Ich kann da snur zu gut verstehen daß wir autoren nicht genug gewürdigt werden von usneren verlegern. Ich selbst mach eeben eine ähnliche erfahrungen mit einem manuskript durch. Da schreibe ich mails und kriege nicht mal eine antwort. Da schicke ich ein manuskript an den lektor der es in den tiefen seines datenspeichers versenkt und nicht mehr findet.
Manchmal fühle ich mich als autor auch im stich gelassen von der verlagsszene. Der autor ist dem verleger auf gedeih und verderb ausgeliefert. Wird er von den verlagen nicht u kenntnis genommen wird er nicht verlegt. Wird er nicht verlegt findet er keine leser. Findet er keine leser ist sein schreiben vergeblich gewesen. Ist sein schreiben vergeblich belibt nichts als die nackte existenz. Und diese nackte existenz ist etwas das schwer zu ertragen ist ohen unterstützung.
Ich kann max frisch gut verstehen.
Habe wieder zu schreiben begonnen. Nach der langen phase der schriftstellerischen verunsicherung bin ich dorthin zurückgekehrt wo ich mich heimisch fühle: in die literatur. Mein letztes buch hat mich an den rande der verzweiflung und an de grenzen meiner möglichkeiten herangeführt.
Ich wage es wieder einmal mich in eine welt hineinzubewegen wo nichts weiter gefragt ist als das eigene lebe. Das eigene denken. Die schöpferische kraft all des fremden das mir seit meiner geburt begegnet ist aufzuschreiben und zu dokumentieren. Ich habe es zu lange vermißt dieses euphorische gefühl das sich einstellt wenn mir ein satz gelingt der mehr ist als bloßes handwerk mehr ist als ein mittel zum zweck. Wenn ein satz gelingt der ein stück welt sichtbar macht das ohen ihn verloren geblieben wäre. Ich habe diese sucht nach bildern vermißt. Die selbstvergessenheit die sich einstellt wenn ich mich in einer geschichte verliere. Eine geschichte die mich antreibt.
Es ist sommer.
Ich weiß daß es sommer ist.
Die zeit der kurzen hosen. Der nackten körper. Der berauschten sinne.
Doch irgendetwas fehlt für den perfekten sommer.
Das was es in meiner kindheit noch gegeben hat. Heiße tage an denen die luft flirrend und surredn über den feldern liegt. Heiße tage an denen nach einem langen badetag am horizont ein gewitter heraufzieht sich mit blitzen und donner entlädt. Heiße tage an denen von den gemähten wiesen heuschrecken in scharen über die straßen herfallen und sich an häuserwände krallen.
Was fehlt ist trockenheit. Ich erinnere mich an das tragen von großen gieskannen in der hoffnung mit dem rest regenwasser die letzten blumen im garten am leben zu halten. Gieskannen tragen am abend wenn eigentlich die zeit der rast gekommen ist.
Ich weiß es ist sommer.
Doch es fehlt die unbeschwertheit der kindertage.
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