Änderungen

Ich bitte alle meine treuen leserinnen und leser um Verständnis dafür daß mein blog umbenannt werden mußte. Mein premiumaccount lief aus und ich habe es übersehen. Der bisherige name hadesblog.com war nicht mehr verfügbar daher kam es zur Änderung.
Ich danke für euer verständnis.
Mittwoch, 8. juli 2009 3 08 /07 /2009 09:00

Habe wieder zu schreiben begonnen. Nach der langen phase der schriftstellerischen verunsicherung bin ich dorthin zurückgekehrt wo ich mich heimisch fühle: in die literatur. Mein letztes buch hat mich an den rande der verzweiflung und an de grenzen meiner möglichkeiten herangeführt.

Ich wage es wieder einmal mich in eine welt hineinzubewegen wo nichts weiter gefragt ist als das eigene lebe. Das eigene denken. Die schöpferische kraft all des fremden das mir seit meiner geburt begegnet ist aufzuschreiben und zu dokumentieren. Ich habe es zu lange vermißt dieses euphorische gefühl das sich einstellt wenn mir ein satz gelingt der mehr ist als bloßes handwerk mehr ist als ein mittel zum zweck. Wenn ein satz gelingt der ein stück welt sichtbar macht das ohen ihn verloren geblieben wäre. Ich habe diese sucht nach bildern vermißt. Die selbstvergessenheit die sich einstellt wenn ich mich in einer geschichte verliere. Eine geschichte die mich antreibt.

von Raimund Bahr - Community: Linke Literatur & Toleranz - veröffentlicht in: Autorenjournal
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Dienstag, 7. juli 2009 2 07 /07 /2009 08:44

Es ist sommer.

Ich weiß daß es sommer ist.

Die zeit der kurzen hosen. Der nackten körper. Der berauschten sinne.

Doch irgendetwas fehlt für den perfekten sommer.

Das was es in meiner kindheit noch gegeben hat. Heiße tage an denen die luft flirrend und surredn über den feldern liegt. Heiße tage an denen nach einem langen badetag am horizont ein gewitter heraufzieht sich mit blitzen und donner entlädt. Heiße tage an denen von den gemähten wiesen heuschrecken in scharen über die straßen herfallen und sich an häuserwände krallen.

Was fehlt ist trockenheit. Ich erinnere mich an das tragen von großen gieskannen in der hoffnung mit dem rest regenwasser die letzten blumen im garten am leben zu halten. Gieskannen tragen am abend wenn eigentlich die zeit der rast gekommen ist.

Ich weiß es ist sommer.

Doch es fehlt die unbeschwertheit der kindertage.

von Raimund Bahr - Community: Linke Literatur & Toleranz - veröffentlicht in: Autorenjournal
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Dienstag, 30. juni 2009 2 30 /06 /2009 10:51

Am sonntag in der sendung im zentrum ein illustre männerrunde zum thema wirtschaftskrise. Mein eindruck: bodenlose hilflosigkeit bei wirtschaftsforschern politikern und ams. Da wurde um den heißen brei herumgerdet. Der einzige dee noch so etwas wie eine realistische sicht auf die welt hatte war bernhard felderer.

Ich glaube es hat sich gelohnt diese runde und ihre hilflosigkeit zu sehen. Das was die sagten ist nicht die zeit wert die sie dafür aufwenden. Sie reden jetzt schon wieder von wachstum. Wir sprachen für 2011 von einem wachstumspotential von einem Prozent. Das ist keine perspektive auf das ende der krise sondern nur die vorbereitung der nächsten.

Dabei geht nicht um die verdammung von wachstum. Aber wachstum in einer begrenzten welt macht keinen sinn. Und abgesehen davon sollten wir schon mal fragen wem das wachstum nützt. Denn eigentlich kommt es nicht dort an wo es gebraucht wird sondern dort wo schon vermögen ressourcen und macht konzetriert sind. Wir sind bereits jetzt in der lage die gesamte welt zu ernähren wir tun es nur nicht. Logistisch egründe sind nicht dafür ausschlaggebend. Schon eher der wunsch der reichen länder die armen in abhängigkeit zu halten.

Wir müssen weg vom wachstumsgedanken. leider habe ich meine zweifel ob e sin österreich irgendeine partei oder mehrheit dazu zu bewegen ist dies einzusehen, denn auch die energiewende ist letztlich auf technologischen wachstum ausgerichtet und verbraucht enorme ressourcen. Wachstum aber in einer begrenzten welt führt irgendwann einmal zum politischen, ökologischen und technologischen kollaps.

Was not tut?

Grundsicherung.

Eine ende der kapitalistischen wachstumsstrategie.

Rückkehr zu einer basisdemokartisch orientierten politik und wirtschaft.

Alles andere wird uns früher oder später ans ende der ressourcen und demokratischen prinzipien führen. Alles andere wird letztlich wieder in diktatur münden. Auch wenn es eine diktatur sein wird wie wir sie bisher nicht gekannt haben.

von Raimund Bahr - Community: Linke Literatur & Toleranz - veröffentlicht in: Politikjournal
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Montag, 29. juni 2009 1 29 /06 /2009 10:18


Regen in st. wolfgang.

Spaziergang ohne regenschirm.

Ein experiment.

In wien manchmal mutet es mich an als wäre es in einem anderen leben gewesen wäre ich ärgerlich geworden. Geflüchtet in die u-bahn in eine straßenbahn in eine hauseinfahrt. Hier habe ich mich gewöhnt an den regen. Im schutz der bäume die hausdächer nutzend suche ich einen weg zurück. Es ist wie in dieser erzählung eines bekannten: weißt du in kuba haben die leute keinen regenschirm. Er würde ihnen auch gar nichts nützen. Da schüttet es so heftig daß du trotz schirm bis auf die knochen durchnäßt bist. In havanna entwickeln die Menschen einen gleichmut dem regen gegenüber.

In st. wolfgang schützt mich der regenschirm. Ich habe aber dennoch einen gewissen gleichmut dem regen gegenüber entwickelt. Jeden tag regnete es in letzter zeit. Manchmal nur für minuten manchmal für eine stunde manchmal den ganzen tag. Doch was mich in wien depressiv und verstimmt machte ist hier abgefedert durch die natur den see die berge den geruch des rauches der aus den kaminen der häuser dringt. Hier ist der regen ein teil von allem nicht ein störendes Ärgernis. In st. wolfgang ist der regen ein teil des ganzen. Und er läßt mich ruhig werden weil er kein entkommen vorgesehen hat. Es gibt keine ablenkung. Ich muß ihn ertragen wie die kubaner muß ich mich durch ihn hindurchbegeben muß ihn annehmen ihn zu einem Teil meines Lebens werden lassen. Regen in st. wolfgang.

Spaziergang ohne regenschirm.

Ein experiment.

Das ergebnis: havanna und st. wolfgang haben mehr gemeinsam als sie sich träumen lassen.

von Raimund Bahr - Community: Linke Literatur & Toleranz - veröffentlicht in: St. Wolfgangjournal
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Dienstag, 16. juni 2009 2 16 /06 /2009 07:56

Und wieder hat meine tochter nächste woche schulfrei weil die lehrer dienstellenversammlungen abhalten. Nun gut. Jeder und jede hat das recht seinen forderungen nachdruck zu verleihen. Und ich bin der letzte der sich gegen widerstand stellt. Aber dort wo privilegienschacher und politikstarrsinn herrscht wird es zeit einmal die stimme zu erheben. Ich wäre sofort für eine bildungsreform zu haben die diesen namen auch verdient. Doch was jetzt diskutiert wird wogegen sich jetzt widerstand regt hat nichts mit reform zu tun. Das ist pfründe sichern auf der einen seite und spargesinnung auf der anderen.

Beides bringt uns keinen schritt weiter.

Ich habe einige lehrer und lehrerinnen in meinem freundes verwandten und bekanntenkreis. Die meisten sind für eine reform. Doch wie sie aussehen soll da scheiden sich die geister.

 

Wir brauchen ein durchgängiges und durchlässiges bildungssystem vom kindergarten bis zur universität. Wir brauchen die ganztagesbetreuung unserer kinder. Wir brauchen eine einheitliche lehrer und lehrerinnenausbildung. Wir brauchen an sozialen brennpunkten zusätzlich sozialarbeiter und psychologen in den schulen. Wir brauchen mehr zwei- und dreisprachigkeit unserer kinder nur so ist integration wirklich denkbar. Wir brauchen mehr gut ausgebildete lehrer und lehrerinnen die den beruf nicht mangels an alternativen sondern aus leidenschaft wählen. Wir müssen die schulen öffenen für quereinsteiger aus der praxis. Wir brauchen offene der gesellschaft zugewandte universitäten.

Ich würde gerne unterrichten. Nur nicht in einer vierzig stunden verpflichtung. Vielleicht zehn Stunden. Ich habe keine lehramtsausbildung. Ich wäre bereit da einiges nachzuholen wenn es eine adäquate ausbildung gäbe die offene kostenfrei und anerkannt wäre.

 

Das problem das wir derzeit haben ist ein mentalitätsproblem. Keine der beteiligten gruppen will sich radikal bewegen. Alle wollen sie ein paar reförmchen durchbringen oder verhindern.

Und was mich am meisten ärgert. Uns eltern fragt ja überhaupt niemand. Die lehrer werben um unsere solidarität. Meine solidarität hält sich nach drei schulautonomen wochenenden und pfingstferien hintereinander in grenzen. Die lehrer sollten ihre dienststellenversammlungen mit bedacht wählen und nicht immer dann wenn es die eltern am härtsten trifft.

Warum nicht am freitag. Warum am donnerstag?

 

Ich hätte einige fragen an die lehrer und lehrerinnen. Mich als elternteil hat man zur bildungsreform noch nie befragt. Wir eltern haben aber auch ein wenig ahnung was unsere kinder brauchen oder nicht. Das gefasel von der pädagogik vernebelt ja doch nur den blick auf das wesentliche.

Die pädagogisierung der schule hat uns ja erst in diese misere gebracht. Die schule ist nach wie vor eine disziplinierungsanstalt und erst in zweiter linie eine lerninstitution. Erst wenn wir begriffen haben das nur eine offene, lernorientierte, sozial gerechte schule eine offene, lernorientierte und sozial gerechte gesellschaft ermöglicht werden wir diese auch bekommen.

Doch da beginnt das problem.

Die wenigsten eltern, lehrer und lehrerinnen, politiker und politikerinnen wünschen sich eine offene, lernorientierte und sozial gerechte schule. Deshalb werden wir eltern auch in zehn jahren immer noch unsere kinder in regelmäßigen abständen zu hause haben. Denn der konflikt wird sich verschärfen. Die wenigsten wollen eine echte bildungsreform. Echte reformen bedrohen den status quo. Die bestehenden verhältnisse scheinen den menschen sicherheit zu gewährleisten.

Ich glaube sicherheit ist nur in der entwicklung gesellschaftlicher bedingungen und deren anpassung an diese veränderten bedingungen möglich.

Gerade lehrer und lehrerinnen sollten das wissen.

von Raimund Bahr - Community: Linke Literatur & Toleranz - veröffentlicht in: Politikjournal
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