Änderungen
Ich danke für euer verständnis.
Wir sind alle schon tot, nur wir wissen es noch nicht.
Habe in den urlaub kein handy mitgenommen. Überlege ernsthaft es wieder abzuschaffen. Vielleicht nach der wahl? Wollte gar nicht wissen wer etwas von mir wollte. Was es zu erledigen gab. Einen anruf zu erwarten bedeutet in meinem leben zumeist einen auftrag zu erhalten. Gut ich habe mir mein leben so eingerichtet. Ich mag dieses einander-seine-befindlichkeiten-gestehen-nur-um-den-tag-rumzubringen ohnehin nicht. Mag sein daß ich als plaudertasche gelte. Eigentlich aber habe ich sehnsucht nach ruhe und stille in dieser lauten und von kriegsgetöse erfüllten zeit.
Was sollte ich denn ins handy sprechen wenn wirklich mal jemand ernsthaft fragen würde: wie geht’s dir? Vielleicht von der müdigkeit in meinem kopf sprechen. Von der müdigkeit die sich breit macht beim kampf ums überleben. Das auskommen zu sichern. Vom wunsch einfach mal ein jahr pause zu machen ohne das gleich die existenz gefährdet ist?
Viele werden sagen: was jammert er denn. So ein leben wie er würde ich gerne führen. Das denken wir alle vom jeweils anderen und kennen die höllen nicht die sich darin verbergen. Und es ist gut so daß wir nicht zu viel über die höllen der anderen wissen.
Ein zwei fremde höllen zusätzlich zu den eigenen sind genug für ein leben.
Im grunde ist es ja gut wie es ist. Nur ein wenig beschaulicher könnte es zugehen. Damit das leben nicht zu rasch vorübezieht und genug zeit für die wesentlichen dinge im leben bleibt. Nachdenken darüber wie ich leben möchte. Zeit für die liebe. Zeit für entspannte unternehmungen mit den kindern. Zeit um mit anderen gemeinsam das leben und überleben zu organisieren. Ohne wachstum. Ohne die gier nach dingen die wir ohnehin nicht brauchen. Zeit zum schreiben ohne den hintergedanken des broterwerbs. Zeit für politik ohne die frage: was ist richtig oder falsch.
Was das alles mit dem handy zu tun hat?
Na ja, ohne handy und email würde sich manches im leben entschleunigen. Manches würde gar nicht stattfinden. Manche events wären kleiner intimer und beschaulicher. Das leben würde langsamer ablaufen. Die krisen wären schwächer.
Und das leben?
Es wäre kommunikativer.
Griechenland war immer schon ein magischer punkt für mich. Die inseln. Das meer. Die erholung. Die zeitlosigkeit. Ich hatte in diesen zwei wochen die ich auf zakynthos verbrachte keinen wunsch nach schriftlichkeit. Keine zeile lesen. Nur das notwendigste. Ich war satt und voll im kopf. Vorher eingespannt in ein hamsterrad. Jetzt ein stück weit heraus. Schwierig diesen zustand aufrecht zu erhalten.
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