Änderungen
Ich danke für euer verständnis.
Wir sind alle schon tot, nur wir wissen es noch nicht.
Ich kann mich noch gut erinnern an die zeit als in wien in den straßenbahnen die schaffner mitfuhren. Langsam ganz langsam verschwanden sie aus ihren kojen im hinteren teil der triebwagen. Und gäbe es nicht die schallplatte „schaffnerlos“ von ambros tauchen und prokopetz die diesen vorgang festgehalten hat würde sich wohl kaum mehr einer daran erinnern.
Ähnliches gilt für die postämter. Ist damals die gesellschaft zusammengebrochen? Nein. Ging ein stück wiener tradition verloren. Ganz sicher! Aber einmal hand aufs herz. Ist straßenbahnfahren dadurch nicht auch kostengünstiger für alle nichtzahler geworden? Für all jene die der meinung sind daß straßenbahnfahren ein gesellschaftliches gut ist und aus unseren steuergeldern finanziert wird und es eine frechheit ist daß wir für die fahrt auch noch zahlen müssen.
Postämter sind doch letztendlich teil des privatisierten konzerns post. Sie sind bei den derzeitigen preisen für brief- und pakettransporte was für unternehmen, alte leute und touristen geworden. wer kann es sich bei preisen jenseits von 7,- € für einen brief nach deutschland mit dem gewicht von 1000g noch leisten diesen aufzugeben? Wenn wir alle mehr briefe schreiben würden statt vor unseren computern zu hocken und emails zu versenden wären die postämter vielleicht nicht geschlossen worden?
ich bin dafür die diskussion weg vom sentimentalen refelx nur kein postamt schließen in eine andere richtung zu lenken. Alle die jetzt ihren job verlieren sollten eine grundsicherung bekommen in einer höhe die dieses wort auch untermauert. Wir sollten den leuten eine basis schaffen um den beschäftigungen nachzugehen die ihnen spaß macht. Und wenn diese beschäftigung bedeutet beid er post zu arbeiten sollen sie dies tun können als grundgesicherte postpartner mit zusatzeinkommen.
Es ist halt auch schwierig einem privaten unternehmen was die psot nunmal ist vorschriften darüber zu machen welche filialen es schließen darf und welche es offen lassen muß. Die post ist privatisiert und arbeitet nach kapitalistischen kriterien also gewinnmaximierung für die anleger. Und der staat ist einer davon. Auf der einen seite fordern wir effizienz auf der anderen wollen wir unrentable postämter retten. Was wollen wir als staat eigentlich. Und der staat sind immer noch wir. Auch wenn wir es nicht mehr glauben. Unrentable postämter zu erhalten wäre nicht nur geldverschwendung sondern auch sozial ungerecht. So wie Opel GM oder sonstige privatunternehmen mit milliradeninvetsitionen von staatlicher seite zu retten. ich mag weder einen privatkapitalismus noch einen staatskapitalismus.
Wir haben die einmalige chance dieses aufgeblähte wirtschaftssystem gesund zu schrumpfen. Ein paar unternehmen, banken und wirtschaftssektoren werden in dieser krise verschwinden. Neue werden entstehen. Wir sollten das jetzt in die banken unternehmen und in die autoindustrie gepumpte geld dazu nutzen es den leuten uns dem staatsvolk zu geben damit wir einkaufen gehen damit wir die wirtschaft überd en konsum ankurbeln. dann werden auch viel weniger firmen über die klinge springen.
Das wird die postämter nicht retten. Aber die schließung der postämter hat was mit strukturveränderungen in der gesellschaft zu tun die sich wirtschaftlich auf das tarnsportgewerbe auswirken. Und für diese strukturänderung sind wir alle mit unserem medialen briefverkehr mitverantwortlich.
Aber es würde die wirtschaftskrise abfedern und zu einem ansatzweise herbeigeführten sozialen ausgleich führen. Das wäre mal sozial und nicht wirtschaftlich gedacht. Da smacht unsere länder nicht ärmer sondern stärker.
Lassen wir also opel zugrunde gehen und investierenw ir das geld in den öffentlichen nahverkehr. Schliessen wir postämter und fördern wir grundgesicherte postpartner. Lassen wir die investmentbanken ausbluten und kehren wir zum kerngeschäft der kreditvergabe und spareinlagenverwaltung zurück.
Geben wir dem kapitalismus und seiner renditeversessenheit eine verschnaufpause und gönnen wir uns allen ein paar ruhige jahre die wir der familie unseren freunden und all dem was uns wichtig ist widmen.
Das leben ist zu kurz um es dem profit zu opfern.
Wenn der kapitalismus wirklich so wandlungsfähig ist wie alle immer sagen warum müssen wir ihm dann dabei helfen die krise zu bewältigen? Erstens glaube ich nicht an einen kapitalismus der irgendwo unabhängig von uns existiert. Zweitens haben wir einen staatskapitalismus was das eingreifen des staates in zeiten der krise absolut logisch erscheinen läßt.
Ich hätte zur bewältigung der krise einen ganz anderen vorschlag. Nehmen wir das geld das wir derzeit in unternehmen und banken versenken um menschen direkt zu unterstützen.
Nehmen wir 25 000 000 000 (Milliarden) € und verteilen wir sie in 10 000 € teilen an Familien. Das ergibt (wenn ich richtig gerechnet habe) für 2 500 000 Familien einen jahreszuschuß von 10 000 €. Wir könnten diesen zuschuß ja auch an die bedingung knüpfen daß die leute ihn ausgeben müssen - nachgewiesener weise.
Was für ein wirtschaftsimpuls würde sich daraus ergeben. Und der vorteil dabei: ein großer teil würde wieder an der staat zurückfließen in form von verkonsumierter mehrwertssteuer, einkommensteuer und auch die banken würden profitieren weil einige leute ihre kredite damit tilgen würden.
Geld direkt in den kreislauf pumpen nicht über dubiose banken versenken.
Wäre das nicht eine gesellschaftliche vision?
Geben wir das geld den bürgern. Die ärmsten unter ihnen würden es sofort in den kreislauf weiter geben und nicht wie die banken horten für noch schlechtere zeiten. Wozu haben wir denn in den letzten jahrzehnten konsumenten gezüchtet wenn nicht genau für solche krisenfälle des kapitalismus?
Vielleicht hätten wir dadurch ja auch noch einen umwegnutzen. Vielleicht würde die gesellschaft dadurch ein stück gerechter daß wir die geldreserven an die weitergeben die sie wirklich brauchen.
Da sist vielleicht auch der preis den wir zahlen müssen für die bewältigung der neuerlichen und sicherlich nicht letzten krise des kapitalistischen systems.
Die möblierte Hölle
Ich bin und bleibe ein Utopist und deswegen habe ich wahrscheinlich in einer Partei, wie den Grünen, in denen es von Visionär/inn/en nur so wimmelt auch nichts verloren. Das sich Utopie und
Parteiarbeit nicht wiedersprechen hat der Austromarxismus eindrucksvoll bewiesen. Wir zehren politisch und organisatorisch noch heute von den intellektuellen, künstlerischen und politischen
Innovationen, die vom find de siecle der Jahrhundertwende und dem Austromarxismus der Zwischenkriegszeit ausgingen.
Die Grünen verweigern sich einer neuen Gründerzeit.
Die Grünen werden, wenn sie sich nicht ihrer Innovationskraft in den eigenen Reihen besinnen, in die Marginalisierung abdriften und von neuen, kraftvolleren gesellschaftlichen Strömungen pulverisiert werden. Und von all dem hier geschrieben gilt, ich hoffe, daß ich mich irre, denn um zu verhindern, daß die Gesellschaft weiter in eine technokratische, bürgerliche, maschinell und medial gefertigte Hölle verwandle, schreibe ich.
Ich bin den Grünen beigetreten, weil ich dachte, diese Partei will sich dauerhaft dafür engagieren, daß wir die Hölle, die wir uns derzeit auf Erden bereiten, überwinden können. Erfahren habe ich, daß die Grünen die Hölle nicht verlassen möchten, sondern sie nur wohnlich möblieren wollen.
Eine möblierte Hölle habe ich schon.
Ich brauche keine Partei, die mir die Hölle bequem einrichtet. Ich brauche eine Partei, die mir hilft mich und andere aus der Hölle zu befreien.
Wer ist das Mittel, wer der Zweck
Als Intellektueller und Künstler, der sich vor allem mit Medien- und Technologiediskursen auseinandersetzt, keinerlei ökonomische Absicherung besitzt, fühle ich mich von den Grünen in meiner
Lebenslage nicht ernst genommen und schon gar nicht politisch vertreten. Die Behauptung, es gäbe keine politische Alternative zu den Grünen mag ja stimmen, aber das ist die Preisgabe jeder
politischen Kritik nach Innen, jeder radikalen politischen Veränderung der Organisationsstruktur und inhaltlichen Ausrichtung, das Ende jeder möglichen Erneuerung der Bewegung.
Die mangelnde Unterstützung seitens der Partei nicht nur in der Gründung einer Gemeindegruppe in St. Wolfgang, sondern auch in meinen ökonomischen Bedürfnissen und meinen intellektuellen Möglichkeiten hat mich schwer enttäuscht. Der berühmte Satz: „Glaubst du wirklich die Partei hat auf dich gewartet“, von einem Grünen Mitglied des Bezirks Gmunden, hat mir immer schon zu denken gegeben. Ja wenn die Partei nicht auf mich wartet, auf wen bitte wartet sie dann? Auf andere? Auf die richtigen Mitglieder? Auf Arbeitstiere. Auf stille, ehrenamtliche, gut abgesicherte, auf den Apparat ökonomisch nicht angewiesene Parteimitglieder?
Ich halte nichts von dem berühmten Kennedysatz: „Frag nicht, was dein Land für dich tun kann, frag dich,was du für dein Land tun kannst.“ So als wären die Bürger für die Nation da und nicht die Nation für ihre Bürger. Auch wenn ich weiß, daß die Aufklärung und die bürgerliche Herrschaftselite in der Demokratie genau dieses Ziel verfolgt, den Bürger gegenüber seinem Staat kleinzureden, damit er nur ja nicht auf die Idee kommt, gegen die kapitalistische, kleinbürgerliche, autokratische Repräsentativdemokratie zu rebellieren.
Ich will mich nicht fragen, was kann ich für die Partei tun. Ich bin nicht das Mittel für ihren Zweck. Sie ist das Mittel zu meinem Zweck, um in ihr, die meines Erachtens eine Solidargemeinschaft darstellen sollte, ökonomisch, sozial und intellektuell gesichert existieren zu können.
Vielleicht hat es aber auch damit zu tun, daß ich einfach nur alt und desillusioniert bin. Das mein Zeithorizont ein anderer geworden ist. Die Feigheit der meisten, auch nur an Austritt zu denken, weil sie damit in die politische Heimatlosigkeit und Bodenlosigkeit fallen würden, ist lähemender als jede Parteispitze, die bürokratisch blind in den Untergang stürzt, weil sie Offenheit, echten Dialog und Ausgleich fürchten. Ich möchte mich zumindest mit dem Gedanken an einen Austritt anfreunden. Vielleicht sogar damit spekulieren eine neue Partei zu gründen, ein echtes linkes, technologiekritisches, medienpolitisch agierendes, politisches Projekt, das den Themen und Lebenslagen der Menschen gerecht wird.
Technologie und Medien sind kein Thema
Die Grünen haben, wenn überhaupt, ein sehr konservatives und aus den neunziger Jahren geprägtes Verhältnis zur Technologie und zu den Medien. Sie haben keine kritische Distanz dazu. Daher ist die
Partei auch nicht in der Lage, die Medien als Teil des gesellschaftlichen Problems, das sie bekämpfen, zu begreifen. Aus meiner Sicht stellt sich die Grüne Partei vor, Medien seien ein Mittel mit
dem man Politik in die Öffentlichkeit tragen, Menschen informieren kann. Technologie ein Mittel, um den Zweck zu heiligen, nämlich die ökologische Katastrophe aufzuhalten.
Was hierbei übersehen wird und im politischen Diskurs der Grünen beinahe keine Rolle spielt, ist das Medien und Technologie, sich in den letzten zehn Jahren zu einem multimedialen Maschinenpark entwickelt haben, der gerade durch seine Herstellung die ökologische Katastrophe mitbefördert. Darüberhinaus hat er auf Grund seiner gesellschaftlichen Dominanz eine Monopolstellung erreicht, die es beinahe unmöglich macht Überlegungen anzustellen, bestimmte Maschinen nicht mehr herzustellen.
Wir sind zu Sklaven in der modernen kaptialistischen Maschinenzivilisation geworden.
Die Grünen frönen noch immer einer durch die Natur und aus der Natur stammenden Menschheit. Einer ihrer wichtigsten Denker des 20. Jahrhunderts, Günther Anders, der österreichische Medien- und Technologiephilosoph hat ihnen diese Illusion schon vor dreißig Jahren, also zu Beginn der Bewegung geraubt.
Der Mensch ist kein Naturwesen, er hat überhaupt kein Wesen. Sein Wesen ist die Künstlichkeit. Er ist in der Lage sich aus der Natur zu emanzipieren, er ist nicht auf eine bestimmte Lebensart festgelegt. Das untesrcheidet ihn vom Tier. Das macht es ihm möglich, eine Maschine, wie Computernetzwerke überhaupt zu erfinden. Der Mensch ist fremd in der Welt. Er muß sie sich aneignen. Medien und Technologien sind eine Variante sich diese anzueignen, doch bereits Günther Anders hat in den vierziger Jahren nachgewiesen, daß Medien und Maschinen selbst wie der Mensch, weltfremd sind. Sie sind nicht nur Teil der Welt, sondern sie produzieren in ihrer eigenen Weise selbst Welt. Zu empfehlen das Buch: „Die Antiquiertheit des Menschen I“.
Was mich nun so verzweifelt macht, ist die Tatsache, daß die Grünen und auch die Globalisierungsbewegung diese Dialektik von Weltprodukt und gleichzeitig Weltproduzent der Medien- und Maschinenzivilisation nicht in ausreichendem Ausmaß erkennen. Die Partei, der immer wieder Fortschrittsbehinderung vorgeworfen wird, ist in diesem Punkt absolut fortschrittshörig, weil sie den Menschen immer noch als ein Naturwesen begreift. Die ganze Gentechnikdebatte läuft in diese Richtung. Wir müssen die Natur vor der genetischen Veränderung retten. Und die Technik wird dort plötzlich zum Feindbild, wo sie in der multimedialen Diskussion und der Umweltpolitik zum Rettungsanker verkommt.
Wir nutzen die Technik und entwickeln sie weiter, wo sie uns in den Kram paßt. Die Frage aber, die politisch geklärt werden muß, wie weit wollen wir uns einer technologischen Gesellschaft ausliefern, die bereits soweit fortgeschritten ist, daß wir die Autoindustrie mit allen Mitteln am Leben erhalten müssen, damit Deutschland nicht in den Ruin getrieben wird. Das Auto, mit dem alles begann und mit dem letztlich auch alles enden wird, und der schwierige Umgang mit seiner Produktion in der Finanz- und Wirtschaftskrise zeigt nur, wie abhängig wir von der Technik geworden sind. Wir sind einmontiert in ein technologisches System, das wir nicht mehr bekämpfen können, ohne die erworbenen Verbesserungen im Lebensstandard zu sichern.
Die einzige Frage, die jetzt noch zu beantworten bleibt, wie sorgen wir dafür, daß wir Menschen nicht eines Tages wie die Saurier zwischen unseren Maschinen herumlungern und wie tragen wir dafür Sorge, daß alle Menschen, nicht nur in Österreich, sondern global, an dem von den Maschinen produzierten Mehrwert beteiligt werden.
Das wäre allerdings eine antikapitalistische Forderung und von dieser sind die Grünen meilenweit entfernt. Die Grünen sind nicht dazu in der Lage, weil sie noch immer eine Partei der Ökologie und nicht der Technologie und Ökonomie sind.
Die Zukunftsfragen der Welt, werden jedoch maßgeblich von der Technologie und ihren Produkten, den Maschinen mitentschieden werden.
Der Mensch als Subjekt der Geschichte ist Geschichte.
Wir, die politischen, intellektuellen und künstlerischen Eliten sollten dazu Stellung beziehen. Dazu müssen wir aber unsere Analysekategorien verbessern und uns den politisch den technologischen Herausforderungen stellen.
Neueste Kommentare