Änderungen

Ich bitte alle meine treuen leserinnen und leser um Verständnis dafür daß mein blog umbenannt werden mußte. Mein premiumaccount lief aus und ich habe es übersehen. Der bisherige name hadesblog.com war nicht mehr verfügbar daher kam es zur Änderung.
Ich danke für euer verständnis.
Dienstag, 25. november 2008 2 25 /11 /2008 20:24

Auf die Grünen kommen härtere und kältere Zeiten zu. Die Partei bastelt an einer umfassenden Strukturreform. Die Bundesgrünen werden endlich fit gemacht für die große Politik. Was wir erleben werden, ist die weitere Aushöhlung der Basisdemokratie, eine Stärkung der repräsentativen Funktionen, eine weitere Delegierung von inhaltlichen Entscheidungen von der Basis zur Spitze.

Endlich werden die Grünen in der Mitte der Gesellschaft angekommen sein. Endlich werden die Grünen so repräsentativ demokratisch sein, wie das parlamentarische System, von dem sie umgeben sind. Endlich werden die Grünen in Übereinstimmung gebracht mit den herrschenden politischen Strukturen, die diesem Land seit Jahrzehnten Wohlstand und Frieden eingebracht haben.

 

Was wir dafür opfern müssen?

Eine Kleinigkeit: Die Partizipation der Basis an den Entscheidungen. Wir werden den Prozeß weg von einer Bewegung hin zu einer schlagkräftigen Partei weiter forcieren. Wir werden die Schere weiter aufgehen lassen zwischen ehrenamtlichem Engagement und bezahlten Grünen Funktionär/inn/en.

 

Was wir gewinnen?

Herrschaft. Keine Kleinigkeit, oder?

von Raimund Bahr - veröffentlicht in: Politikjournal
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Dienstag, 25. november 2008 2 25 /11 /2008 16:00

Und ich wandre aus den Mauern,

Bis hinaus ins freie Feld,

Hehres Glänzen, heil’ges Schauern!

Wie so weit und still die Welt!

(Josef von Eichendorff)

 

Ja, hinauswandern aus den Mauern. Dazu müßte ich in St. Wolfgang über die Berge steigen, hoch hinauf, um hinabzublicken in die weiten Ebenen, die sich auftun. In die weiten Felder, die sich gegen Osten ausdehnen. Ob ich dort hehres Glänzen entdecken werde oder heil‘ges Schauern?

Ich weiß es nicht.

Der Blick zurück wird mich jedoch versöhnen, weil von dort oben, von den Bergen aus gesehen, der beleuchtete Ort tatsächlich weit und still wirkt. Aus der Entfernung wird das Nahe plötzlich weit und ich kann mich versöhnen mit dem Trubel und der Eile der Menschen unten im Tal.

Vielleicht sind die Menschen damals auch so gerne aus der Stadt gewandert, auf die Berge gestiegen, um der Nähe zu entkommen, um ein Stück weit Distanz zwischen sich und ihren Alltag zu legen, der ja nicht immer nur Glück bedeutet, eitel Wonne mit sich bringt.

Entfernung bringt ja auch Abwesenheit mit sich.

Und in der Rückkehr entpuppt sich die Heimat als Sehnsucht.

Wer nie weggeht, kann nicht beurteilen, was er hat.

Wer nie zurückkehrt, kann nicht beurteilen, was sich verändert.

Nur wer geht und zurückkehrt, bleibt in Bewegung, kann das Althergebrachte verändern und das Unveränderte schätzen.

von Raimund Bahr - veröffentlicht in: St. Wolfgangjournal
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Dienstag, 25. november 2008 2 25 /11 /2008 10:45

Also heute bekam ich, nachdem ich meine Blogs auf einen Blog zusammengelegt habe und umgezogen bin, an eine neue virtuelle Adresse, von einem eifrigen Leser und Freund eine mail. Die hat mich nicht erstaunt, aber doch nachdenklich gestimmt.

Sie soll nicht unerwidert bleiben.

Zum Titel: Journale aus dem Hades.

Na ja, Hades. Die Unterwelt. Ein bißchen schwer, zugegeben. Mal ehrlich, wie ist das mit eurem Hades? Ich scheine ihm manchmal zu entkommen. Aber eben nur manchmal. Natürlich ist der Tod, die Unterwelt, der Hades morbid. Dennoch ist der Hades allgegenwärtig und wenn wir ihn den Menschen nicht zumuten, müssen sie weiterhin darin verharren.

Ob mir St. Wolfganger hier her folgen werden? Keine Ahnung.

Das ist auch nicht die Fragestellung. Es geht darum zu zeigen, daß sie Teil dieses Hades sind. Und das sie ihm nicht dadurch entkommen, daß sie sich nicht mit ihm und seinen Auswirkungen auf ihr Leben beschäftigen. Ich habe sie hier integriert, um zu zeigen, daß sie nicht von der Welt und ihren Unterwelten unabhängig existieren können. Und ihr scheinbares Glück, ist ihr Unglück. Dieser Blog thematisiert das ein Stück weit.

Ob ich politisch zuverläßig bin? Allemal.

Ein virtueller Umzug beendet ja nicht meine politische Aufrichtigkeit. Er klärt nur meine politische Position besser, als die virtuellen Adressen zuvor. Ich habe mit den anderen Blogs geübt. Jetzt ist mir klar, daß nur ein umfassender Blog sichtbar macht, wie alles miteinander zusammenhängt, wie alles in sich greift. Das lokale und globale. Der Schriftsteller und Verleger. Der Tod und das Leben.

Morbid soll das sein? Ich glaube nicht.

Ich glaube, daß das realistisch ist. So leben wir, so sterben wir. Ohne Gott und ohne Gnade.

Ist das ärgerlich. Keine Frage. Dennoch ist es so.

Sollten wir es verdrängen, um ein Stück Glück zu gewinnen? Ich glaube nicht.

Das würde mich kein Stück glücklicher machen. Der Hades der anderen ist eben auch mein Hades. Nur so werde ich ihn bewältigen und ihm mit Hilfe anderer entkommen.

Wer mir nicht folgen will, muß ja nicht.

Wer meine Journale nicht lesen will, muß ja nicht.

Ich jedoch muß sie schreiben. Und ich will sie weder mir, noch denen, die mir an diese virtuelle Adresse als Leser und Leserin gefolgt sind, nicht vorenthalten.

Um dem Hades zu entkommen, muß ich ihn kennen und muß mir Gleichgesinnte suchen.

Das ist mein politisches Credo. Und das hat sich durch den Umzug auch nicht geändert.

von Raimund Bahr - veröffentlicht in: Politikjournal
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Dienstag, 25. november 2008 2 25 /11 /2008 07:00

An den Fenstern haben Frauen

Buntes Spielzeug fromm geschmückt,

Tausend Kindlein stehn und schauen,

Sind so wunderstill beglückt.

(Joseph von Eichendorff)

 

Das mit den Fenstern bunt geschmückt, ist so eine Sache. Buntes Spielzeug ist schon lange nicht mehr auf den Adventmärkten zu finden und in den Fenstern hängen lediglich ein paar Weihnachtskugeln. Tausend Kindlein stehen auch nicht und schauen, sondern quengeln: Das wünsch ich mir und das und das und das… Woher sollen sie es auch besser wissen, wenn wir Erwachsenen ihnen den Konsumterror vorleben.

Ich brauch ja nur am Samstag oder einem beliebigen Wochentag nach Salzburg in den Europark fahren und sehen wieviel Leute da unterwegs sind. So als gäbe es da was umsonst. Manchmal habe ich den Eindruck, die Menschen fahren in die Einkaufszentren, weil sie nichts mehr miteinander anzufangen wissen. Was finden sie dort? Die Luft ist schlecht, die Waren zu teuer und wir kriegen vor allem Dinge, die die Welt schon vor zwanzig Jahren nicht gebraucht hat. Aber daraus zieht die Konsumgesellschaft ja auch ihre Attraktivität: Waren produzieren, anbieten und kaufen. Waren, die wir in Wahrheit nicht brauchen. Tausende entbehrliche Dienstleistungen.

Ich weiß schon, der Wirtschaftsmotor würde nicht brummen, wenn wir nicht konsumieren würden. Aber vielleicht bräuchten wir auch nicht so viel Geld, wenn wir nicht so viel konsumieren würden. Wir bräuchten nicht so viel produzieren, wir würden nicht so viele Ressourcen verbrauchen und letztlich auch nicht so viel arbeiten müssen. Wir könnten die anfallende Arbeit gerechter verteilen und vielleicht würden wir alle ein Stück weit zufriedener und ausgeglichener werden. Das wiederum würde sich auf das Gesundheitssystem auswirken, denn ausgeglichene, zufriedene Menschen werden nicht so oft krank und brauchen weniger medizinische Versorgung, was wiederum das Gesundheitssystem ökonomisch entlasten würde.

Da könnten wir noch weitere Dominosteine finden, wenn wir ein wenig Konsumverzeicht üben würden, nicht nur zu unserem, sondern auch zum Wohl der anderen.

Und das mit dem Beglückt-Sein, ist auch so eine Sache. Kaum haben wir ein Stück Glück erstanden in den Kauftempeln der modernen Konsumgeselslchaft, gehen wir schon wieder auf die Jagd nach dem nächsten.

Die Warengesellschaft bietet unglaubliche Suchtpotentiale: Handysucht, Spielsucht, Kaufsucht, Sexsucht, Internetsucht und vieles mehr. Der Kick hält nicht lange. Durch die Verfügbarkeit aller Waren und Menschen jederzeit und überall, haben wir das Staunen verlernt.

von Raimund Bahr - veröffentlicht in: St. Wolfgangjournal
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Montag, 24. november 2008 1 24 /11 /2008 17:00

Politik machen ist besser. Vor allem wenn wir uns in einer Partei befinden. Nun gut, wir sind keine Kampfpartei. Das waren die österreichischen Grünen nie. Das wird aus uns auch auch nie werden.

Gut wäre natürlich, wenn wir uns beim Politik machen, auch ein wenig lieb hätten.

Aber wenn ich vor die Wahl gestellt bin, meine Mitstreiter/innen lieb zu haben oder was weiterzubringen, politisch gesehen, dann nehme ich das Weiterbringen.

Die Grünen sind eine Harmonierungspartei.

Wir trauen uns einfach nicht mehr, die Gegensätze zu zeigen. Bei den Grünen wird für meinen Geschmack zuviel harmonisiert und zu viel unter den grünen Teppich gekehrt. Da hat sich ganz schön viel Müll angesammelt und diesem Teppich.

Soll ich ehrlich sein?

Es gibt Grüne, die kann ich aus politischen Gründen nicht leiden. Die finde ich zwar unglaublich sympathisch, mit denen wäre ich gerne befreundet und würde ich sicherlich gerne auf Urlaub fahren, aber politisch trennen mich von ihnen Welten. Mit denen tue ich mich besonders schwer, weil ich nicht gerne gegen meine Freunde aktiv werde.

Und dann gibt es Grüne, die finde ich unsympathisch und politisch eine Katastrophe. Die sind leicht zu ignorieren, zu bekämpfen oder auszutricksen.

Dann gibt es jedoch ein paar Grüne, die finde ich phantastisch und mit denen bin ich dann auch noch politisch einer Meinung. Da macht die Politik plötzlich Spaß. Da muß ich nicht lange überlegen, lasse ich mich ein oder nicht.

Tut mir leid. Aber wir wollen doch immer ehrlich zueinander sein. Nur so können wir so richtig einen auf Harmonie machen. Wenn es darum geht, geliebt zu werden, dann gehe ich nicht zu einer Partei. Lieb haben, geliebt werden, Selbstwertgefühl steigern haben in politischer Arbeit nichts verloren.

Ich mache Politik nicht, um geliebt zu werden oder jemand zu lieben, sondern um meine politischen Ideen umzusetzen und die Gesellchaft ein wenig friedlicher, gerechter und sicherer zu machen. Dazu muß ich meine Mitstreiter/innen nicht lieben, wenn es sich ergibt ist es kein Fehler. Aber Voraussetzung ist es nicht.

Was wir aber auf jeden Fall tun sollen, geliebt oder ungeliebt, wir sollten die anderen in ihrer politsichen Meinung ernst nehmen, respektieren und wenn sie uns nicht gefällt bekämpfen, auch in den eigenen Reihen. Wer nicht den Mut hat, Schweinereien in den eigenen Reihen aufzudecken, hat schon verloren, liefert die Bewegung dem Untergang aus.

Und der hinterhältigste Grund für ein solch mutloses Verhalten, ist die Behauptung, wir wollen uns doch alle nur lieb haben.

Harmonisierung ist der Tod jeder Bewegung.

von Raimund Bahr - veröffentlicht in: Politikjournal
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