Änderungen

Ich bitte alle meine treuen leserinnen und leser um Verständnis dafür daß mein blog umbenannt werden mußte. Mein premiumaccount lief aus und ich habe es übersehen. Der bisherige name hadesblog.com war nicht mehr verfügbar daher kam es zur Änderung.
Ich danke für euer verständnis.

Autorenjournal

Sonntag, 15. februar 2009 7 15 /02 /2009 18:45

Also Peter meinte, ich solle meine Texte "Probe lesen" lassen. Nun dazu kann ich nur sagen: Ja da ist viel der Menge geschuldet, mancher Fehler fällt vom Himmel. Mein Blog ist aber kein literarischer Blog. Dafür würde mir gar die Zeit fehlen. Hier geht es manchmal auch um Geschwindigkeit, manchmal einfach auch nur um Zorn, manchmal gelingt etwas ohne Fehler, manchmal sind tausend Fehler drinnen. Wer sich an den Fehlern stört, darf sie mir gerne zusenden und ich werde sie korrigieren. Das meiste sind Tippfehler. Und wer einen Fehler findet, darf ihn behalten. Die Zeit bleibt nicht zum "Probe lesen" lesen. Wer außerdem sollte das tun? Und es würde den Blog vollends zum Erliegen bringen.
Dieser Blog ist ein Mittel zum Zweck, kein Selbstzweck, auch wenn bei manch anderen Bloggern dies durchaus so gesehen wird, das Schreiben ein Zweck an sich ist. Ich halte das für Unsinn. Schreiben ist immer ein Mittel für einen Zweck. Jemand der nicht auf ein Ziel hinschreibt, den gibt es nicht.
Und ja ich fühle mich trotz allem Ärger wohl. Politik ist eine Art Suchtmittel. Andere Rauchen, gehen in den Swingerclub, saufen sich zu Tode oder sitzen in ihren stillen Kämmerchen und schreiben sich die Finger wund. Warum sollte mich also der Ärger unglücklich machen? Warum sollte ich unzufrieden sein? Wenn ich keinen Spaß daran hätte, würde ich es ja nicht tun.
Und Schriftsteller ohen politisches Engagement sind für mich undenkbar, weil es bedeutet, die Welt dem auszuliefern, worüber sie alltäglich schreiben. Da wird das Schreiben zum bloßen Tand, zum Hobby, zum letztlich weltabgewandten Selbstzweck.
Nun ja, in der Hinsicht war ich immer schon seltsam.
Schriftsteller sind für mich, sofern sie sich in die Öffentlichkeit bewegen, Menschen der Öffentlichkeit und als solches durchaus Teil des Politischen. Die snicht ernst zu nehmen, heißt auch die Wirkung seiner Literatur zu mißachten udn die Verantwortung dafür abzugeben, an wen auch immer, den Verleger, den Leser, den Schreibstift oder die Computertastatur.

Dennoch bitt eich um Nachsicht für die manchmal vielen Fehler, denn ich weiß daß viel die Mnege bezeichnet und fiel das Fallen vom Himmel. Aber besser schlecht und literarisch unkorrekt schreiben, als zu dem Elend in der Welt schweigen.

Noch leichter könnte ich es mir machen, in dem ich auf jede Form von Ortographie verzichte. Alles klein schreiben und keine Satzzeichen außer Punkte setzen. Gut das könnte ich ja mal eine Woche probieren. Bin gespannt, was dann die Leser und Leserinnen antworten würden.

Also das experiment beginnt. Von nun an nur mehr kleinschreibung ohen besitrich nur mit punkt. Wer will mich daran hindern. Macht da smeine Texte schlechter unpassender dümmer. Ich bin mir da nicht sicher. Was sie dadurch sicherlich werden: schwerer lesbar.

von Raimund Bahr - veröffentlicht in: Autorenjournal
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Donnerstag, 8. januar 2009 4 08 /01 /2009 15:24

Lese gerade mehrere Biographien: zwei von Verlegern – Rowohlt und Unseld, eine von einer Philosophin – Hannah Arendt. Eine bin ich gerade dabei zu schreiben: über den Philosophen Günther Anders.

 

Über mich wird wohl kaum je eine gewichtige Biographie erscheinen.

Warum?

Ist mein Leben zu unbedeutend?

Wahrscheinlich.

 

Manche behaupten, allein daß ich mich mit dieser Frage beschäftige, grenze an Größenwahn. Na ja, mag sein. Ich denke, ein Stück Größenwahn gehörte dazu, als ich mir vornahm Schriftsteller zu werden. Nicht nur ein Schreiberling, sondern ein Mensch, der Gewichtiges zu sagen hat, der auf der Suche nach einem Publikum ist.

Was bitte ist falsch daran, nicht nur für ein Publikum zu schreiben, sondern auch daran zu denken, wie ich als Autor, Verleger, politischer Mensch später einmal gesehen werden möchte und um nichts anderes geht es bei der Phantasie, beim Nachdenken darüber, ob es einmal eine Biographie über mich geben könnte?

Von dieser Phantasie, daß einmal jemand kommen wird, um über mich zu schreiben, hängt ja auch ab, was ich publiziere und was ich tunlichst an Verhalten vermeiden sollte. Es ist eine Art Selbstkontrolle, eine Art Selbstbeobachtung. Ein Wunsch das Verhalten soweit an die eigene Vorstellung von dem Leben anzupassen, das ich anderen von mir vermitteln möchte.

 

Letztlich ist das Schreiben von Autobiographien ja auch nichts weiter als diesen Größenwahn in die Tat umzusetzen, nicht daruf zu warten, daß jemand kommt und über einen eine Biographie zu schreiben, sondern vorneweg schon mal ein wenig für Stimmung in diese Richtung zu sorgen. Wer eine Autobiographie schreibt, muß ja schließlich was zu sagen haben, oder?

Ist es also möglich schon vorneweg über ein Image, das mir später einmal umgehängt wird, nachzudenken, ohne gleich den Nimbus des Größenwahns umgehängt zu bkommen?

Natürlich.

Kann ich es beeinflußen?

Sicher nicht.

 

Ich liebe Biographien. Und ich hoffe, daß ich noch möglichst viele zu lesen bekomme und in der Lage sein werde, einige zu schreiben. Vielleicht auch einige über größenwahnsinnige, anmaßende und grandiose Autoren und Autorinnen.

von Raimund Bahr - veröffentlicht in: Autorenjournal
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Montag, 15. dezember 2008 1 15 /12 /2008 08:36

Ja so ist das, wenn ein Blogger mal ausläßt, wenn ein Autor damit beschäftigt ist, sich um den Alltag kümmern zu müssen, mal ein paar Tage geschwächt von Erkältung zu nichts fähig ist, außer den Tag zu überleben. Da erlahmt das Inetresse schnell, da ist es schwierig jeden Tag zu posten. Wenn einer wie ich auf zu vielen Hochzeiten tanzt, sich dann doch entscheidet an seinen Büchern zu arbeiten und nicht im Netz zu schreiben. Da hat er dann fürs Publikum auch kein Futter.

Ich gelobe Besserung.

Es ist nicht einfach Verleger, Autor und politischer Aktivist in einer Person zu sein. Obwohl ich merke, daß das politsiche mich zu langweilen beginnt, weil es ein träges, ein herrschaftliches, ein Katz- und Mausgeschäft ist. Da wird selten mit offenem Visier gekämpft. Da lassen sich Wenige ein, auf echte Veränderungen. Da wird taktiert und getarnt. Irgendwann einmal habe ich ein Gedicht geschrieben, das enthielt die Zeile: Tarnen und Täuschen ist das Wesen des Krieges. Vielleicht ist es aber auch das Wesen der Politik. Mir ist dieses Tarnen und Täuschen noch nie leicht gefallen.

Vielleicht sollte ich mich tatsächlich aufs Schreiben verlegen, mich nur mehr Büchern widmen: lesend, schreiben, publizierend. Aber dann würde mir doch wieder die Politik fehlen, dieses Einmischen in Dinge, von denen andere glauben, sie gingen mich ohnehin nichts an. Der Ärger, den ich mir einhandle, würde mir fehlen, der mich spüren läßt, daß da draußen eine Welt ist, die verändert, gestaltet und verbessert werden will.

Zwei Seelen, ach, wohnen in meiner Brust.

Beide zu vereinen fehlt im Augenblick die Zeit. Da ist ja noch eine Familie und dann gibt es da noch die ganz eigenen Interessen, einmal einen Spaziergang im Wald zu machen, den Kopf frei zu kriegen. Wann bin ich das letzte Mal gewandert, alleine?

Keine Ahnung, in einem früheren Leben?

von Raimund Bahr - veröffentlicht in: Autorenjournal
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Sonntag, 30. november 2008 7 30 /11 /2008 07:00

Schreiben kann heute nur mehr bedeuten das Kollektiv in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu rücken, um dem Individuum ein Stück seiner Freiheit zurückzuerobern, die es durch die Aufklärung bekommen hat. Ich habe Schreiben immer als eine Auseinandersetzung mit dem Menschen, seiner individuellen Erfahrung, seinen individuellen Standorten, innerhalb einer Welt gesehen, die sich in Kollektiven, Institutionen, Gruppen organisiert. Heute tritt das Individuum in einer Welt auf, die selbst zerstückelt ist, in kleine multimediale Häppchen zerfällt und sich nicht mehr als ein einheitliches Ganzes präsentiert. Der Individualisierungsprozeß ist zum Allgemeingut geworden. Das Individuum ist längst zu einem Markenartikel verkommen, zur Trademark und ist beinahe jeder Form von Freiheit beraubt. Das Individuum braucht, um sichtbar zu werden, um seine Freiheit leben zu können, eine Welt, die ihm als Ganzes als Einheit erkennbar gegenübertritt. Fehlt diese Einheit, von der aus das Individuum seinen Standort, seine Individualität behaupten kann, geht all seine Freiheit verloren. Literatur behauptet ja gerade, daß das Individuum sich gegen die Welt, die ihm als Einheit entgegentritt, durchsetzen muß. Das Individuum leidet an der Einsamkeit, am Ausgestoßensein, an der Andersartigkeit. Fehlt dem Autor das einheitliche Ganze, kann er einen Menschen nicht mehr darstellen, dann fehlen ihm die Ankerpunkte, dann kann er nur mehr über ein Phantom schreiben, über Scheinexistenzen.

Einen Roman über das Individuum zu schreiben erscheint mir zusehends aussichtslos. Gedichte, die gingen ja gerade noch. Ein Gedicht ist in gewisser Weise ja auch nur ein Fragment. Am besten wären allerdings Notizen, zu Schrift erstarrte Beobachtungen, die nichts weiter sein wollen, als Fetzen einer Existenz im Individuellen ebenso wie im Gesellschaftlichen. Nichts kann die Zerstückelung besser beschreiben als das Stückwerk. Was mir also als einziges übrigbleibt, ist, alles was ich sehe, was mir begegnet, in kleinen Notizen festzuhalten. Aufschreiben, wenn die Welt auseinanderbricht, wenn die Menschen wie Verrückte durch die Gegend irren und immer wieder an die Grenzen der individualisierten Wirklichkeiten stoßen.

Ich werde als Individuen nur dann überleben, wenn ich mich der fortschreitenden Individualisierung dieser Geselslchaft widersetze. Mein Schreiben muß aber ein Schreiben sein, das nicht in die Falle der menschlichen Eitelkeiten tappt, sondern sich dem Projekt der Aufklärung verpflichtet fühlt.

Kein Individuum ohne Kollektiv.

Keine Literatur ohne Welterfahrung.

Deshalb sollte Literatur das Kollektiv behaupten, um in Widerspruch zur einer Welt zu treten, die ihr als Individualisierunsgprojekt entgegentritt.

von Raimund Bahr - veröffentlicht in: Autorenjournal
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Mittwoch, 26. november 2008 3 26 /11 /2008 07:00

Der erste und für mich ausschlaggebende Grund ist, daß ich mich in ihr heimisch fühle. Es ist die Schrift meiner Eltern, die Schrift meiner Kindheit, die Schrift mit der ich mir aus Büchern die Welt aneignete.

Zum zweiten sehr ich keinen Nutzen darin, ein neues Schriftbild zu lernen. In mühevoller Kleinarbeit habe ich mir die „alte“ Schrift angeeignet, sie mir in zahllosen Sommernachmittagen von meiner kostbaren Kinderzeit abgerungen, ihre Regeln, ihre Logik.

Zum dritten scheint es mir nicht einleuchtend, daß die neuen Regeln das Schreiben von Texten vereinfacht hätte. Mag sein, daß die Kinder von heute und die der Zukunft die „neue“ Rechtschreibung leichter erlernen werden. Für sie wird die alte fremd sein, denn sie werden heimisch sein in der neuen.

Ich denke, neu oder alt, es bleibt sich gleich. Die rechte Schreibe zu lernen, ist immer schwierig, egal wie einfach es sich die Schriftgelehrten die Sache auch immer vorstellen.

Ein weiterer Grund warum ich bei den alten Regeln bleibe, ist mein eigenes Alter. Ich bin alt geworden, unflexibel und konservativ. Was nicht heißt, daß ich mich nach der guten alten Zeit sehne, sondern daß ich für mich keinen Sinn erkennen kann, warum ich eine neues Regelsystem lernen sollte. Das wäre ja fast so, als würden die Menschen von mir verlangen, nicht länger den Regeln des Kapitalismus zu befolgen.

Vielleicht würde ich mich aufraffen, neu zu schreiben, wenn eine echte Revolution hereinbrechen würde, eine Schriftenlehre, die die Regeln freigibt, die der Anarchie frönt und dem persönlichen Sprachmelodien folge leistet, die der Normierung entgegenarbeitet und dem literarischen, dem künstlersichen Schreiben mehr Raum läßt.

Doch davon sind wir weit entfernt.

Mag sein, daß dieses reaktionäre Verhalten meine Texte nie zur Schullektüre machen wird, weil ich mich nicht an die neue Zeit anzupassen bereit bin – aber das wäre ohnehin nie geschehen, da mir dafür ja das notwendige Maß an Bekanntheit fehlt. Das ich diese Berühmtheit nicht erreichen werde, liegt sicher nicht an meinem Beharren auf der alten Schreibe, sondern an den Marktmechanismen. Und der Markt braucht mich nicht, so wie viel andere auch. Eine Recyclingkultur, eine Reprintkultur braucht immer weniger Originale – noch dazu wenn sie wenig originell sind.

Kurz: Egal ob ich die alte oder die neue Rechtschreibung verwende, beides bringt mich nicht in die literarische Mitte der Gesellschaft, denn Literatur hat etwas mit Kunst zu tun und Weltvermittlungsprozessen und nicht mit dem Recht zu schreiben (außer vielleicht in Diktaturen, dort ist es aber eine politische Frage), dem rechten Schreiben oder irgendeiner Rechtschreibung. Zerlege ich das Wort bleibt ohnehin nur Recht und Schreibung über. Genausogut kann ich sagen, ich schreibe Recht, wenn ich recht schreibe.

Was richtig und was falsch geschrieben ist, bestimmen letztlich ohnehin die Schriftgelehrten, die Lektoren, Korrektoren und Germanisten und auf die habe ich keinen Einfluß. Also nehme ich mir das Recht heraus, alt zu schreiben und unendeckt zu bleiben.

von Raimund Bahr - veröffentlicht in: Autorenjournal
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